10. und 11.05.17 – Wir bekommen endlich unser Auto

Morgens um 7.00 Uhr hat unser Schiff am Containerhafen in Halifax angelegt. Wir fahren nach dem Frühstück gleich runter zum Hafen, da das Entladen hier ziemlich schnell vonstatten geht. Unser Auto ist allerdings hinter den Absperrzäunen und zwischen all den Containern noch nicht auszumachen. Da wir (Ralf….!) natürlich in dieser Hinsicht ein wenig ungeduldig sind, schreiben wir gleich früh noch eine Mail an die Spedition (Adresse gibt es von Seabridge) und fragen nach, wann mit unseren Papieren zu rechnen sei. Die Antwort kommt prompt: Morgen im Laufe des Tages („maybe“…..vielleicht).   

Da wir ohnehin heute nichts mehr ausrichten können, Abhängigkeit ist etwas Furchtbares – wir müssen gelassener werden- wandern wir noch eine schöne Runde im Uniacke Estate Museum Park ca. 45 Autominuten im Landesinneren von Halifax entfernt. Der irische Einwanderer Uniacke hat diesen Park nach Vorbild der irischen und englischen Nationalparks gestaltet. Zu der ohnehin schönen Natur mit wunderbar angelegten Waldwegen und einigen der in der Gegend sehr zahlreichen Seen, die jeder für sich schon eine Idylle sind, gesellt sich hier eine britisch geprägte sehr gute Beschilderung der Wanderwege und ein hübsches Herrenhaus im englischen Stil. Leider haben wir mal wieder leichten Regen, was den Spaß ein wenig trübt.

Am nächsten Morgen, die Gelassenheit lässt weiter auf sich warten, checken wir schon vor dem Frühstück unsere Mails. Die Entscheidende von der Spedition erreicht uns aber „erst“ gegen 8.00 Uhr während wir am Tisch sitzen: Die Frachtpapiere sind fertig. Ab jetzt geht alles sehr schnell. Rein in den Mietwagen und zuerst zur Spedition über die Brücke rüber nach Dartmouth. Warum diese so weit wegziehen musste, ist hier wirklich die Frage, die uns auch die sehr nette Spediteurin nur mit Grinsen und Schulterzucken beantwortet. Hier bekommen wir die Papiere innerhalb von 5 Minuten und einen Zettel mit den Adressen von Zoll und Hafenterminal mit dem Hinweis, dass der Hafen nur bis 11.00 Uhr geöffnet hat. Also jetzt als Nächstes schnell zurück nach Halifax und zum Zollgebäude. Hier werden wir von einer streng wirkenden Zöllnerin hinter Glas gefragt, wie lange wir in Kanada bleiben wollen, ob wir Nahrungsmittel oder Alkohol dabeihaben (Natürlich nicht, was sind das nur für Fragen!). Letztlich erscheint uns aber auch das alles nur wieder pro forma zu sein, denn im Prinzip hätten wir das halbe Lager einer schottischen Whiskydestillerie dabei haben können…
Wir bekommen unsere Stempel, hetzen zum Auto zurück und fahren zum Hafenterminal.
Hier werden wir registriert, bekommen Warnwesten und werden mit einem Shuttle auf das Gelände gefahren. Vor einer Baracke dürfen wir warten und während drinnen eine überforderte Hafenarbeiterin verzweifelt all die Papiere checkt, sammeln sich draußen die Weltenbummler zum Erfahrungsaustausch. Dadurch wird es zumindest nicht langweilig.
Ralf darf schließlich mit einer anderen, wieder sehr netten Hafenarbeiterin, quer durch den gesamten Containerhafen zu den abgestellten Wohnmobilen fahren. Und dort steht auch „Herr Fuchs“. Gut gewaschen, wie wir ihn in Hamburg abgegeben haben, und nach kurzem Rundgang äußerlich und auch innen ohne sichtbare Schäden. Die Batterien sind noch voll und Ralf darf die Kiste persönlich durch den Containerhafen zurückfahren.
Insgesamt empfanden wir das ganze Procedere als überschaubar bürokratisch, allerdings mit engem Zeitfenster, wenn man das Auto noch am selben Tag in Empfang nehmen möchte. Natürlich könnte man den Papierkram auch in Ruhe erledigen und das Auto am nächsten Tag aus dem Hafen holen.
Wir geben dann noch den Mietwagen in der Stadt zurück, nutzen den Nachmittag, um Herrn Fuchs ein- und umzuräumen und verbringen noch eine Nacht in unserer Unterkunft, bevor es endlich auf Tour durch Nova Scotia gehen kann.