86 Tage USA – Erfahrungen und Tipps

Im Folgenden möchten wir Euch unsere Erfahrungen, Erkenntnisse, Hinweise und Tipps zusammenfassend für die USA niederschreiben. Unsere Eindrücke sind wiederum subjektiv. Jeder Reisende macht seine eigenen Erfahrungen. Die einzelnen Themen sind alphabetisch geordnet.

Autoversicherung

Informationen dazu sind in unserem Beitrag „Autoversicherung Kanada und USA“ enthalten.
Da es hier ständig Änderungen gibt, bitte unbedingt auch unter panamericanainfo.com nachschauen, um aktuelle Informationen zu bekommen.

Banken

In den USA ist Zahlen mit Kreditkarte üblich. Dabei spielt es keine Rolle, wie hoch der Betrag ist. Geld abheben an Automaten ist kein Problem. Sie sind fast überall zu finden. Wir haben immer die Automaten direkt bei den Banken genutzt und nicht an Tankstellen o.ä.. Beim Geldabheben werden Gebühren in unterschiedlicher Höhe fällig.

Einkaufen/Essen

In den USA waren wir wiederum meist bei Walmart einkaufen. Eine gute Alternative ist aber auch Safeway. Preisintensiver, aber von guter Qualität ist das Angebot bei Trader Joe’s. Das Angebot an Obst, Gemüse und Fleisch ist meist gut, so dass in jedem Fall selberkochen kein Problem ist. In den Nationalparks gibt es oft einen kleinen Store. Das Angebot ist dort natürlich nicht so umfangreich, aber die wichtigsten Lebensmittel sind erhältlich. Allerdings natürlich zu höheren Preisen. Auch in den USA sind die ausgepriesenen Preise ohne Mehrwertsteuer. Restaurantbesuche fielen bei uns wiederum sehr rar aus. Erstens ist es dort ziemlich teuer und das Angebot geht meist mehr in Richtung Fast Food oder so kleinen Portionen, dass wir nicht wirklich satt werden konnten. Also, die bessere Wahl ist wieder einmal Selberkochen.

Einreise

Den Ablauf unserer Einreise haben wir bereits in unserem ersten Bericht über die USA beschrieben. Trotzdem an dieser Stelle nochmals eine kurze Darstellung. Wir sind über einen kleinen Grenzübergang in die USA eingereist. Auf kanadischer Seiter war die Grenze nicht besetzt und wir haben somit keinen Ausreisestempel erhalten. An der USA-Grenze wurden zuerst unsere Pässe geprüft und wir wurden gefragt, ob wir frische Lebensmittel, wie Fleisch, Gemüse und Obst im Auto haben. Eine Fahrzeugkontrolle erfolgte nicht. Im Grenzhäuschen wurden wir nach unseren Reiseplänen befragt und daran schließend nach ausreichend finanziellen Mitteln. Kontoauszüge oder ähnliches mussten wir aber nicht vorlegen. Anscheinend wurde nach der Frage nach unseren Berufen geschlussfolgert, dass entsprechende Mittel vorhanden sind. Fragen nach Waffen oder Alkohol wurden nicht gestellt. Auch Dokumente zu unserem Auto, wie Einfuhrpapiere von Kanada oder die Autoversicherung, wollte niemand sehen. Im Vorfeld unserer Reise haben wir uns vorsichtshalber elektronisch mit dem ESTA-Verfahren angemeldet, obwohl dies bei der Einreise auf dem Landweg wohl nicht erforderlich ist. Da unsere Daten somit gespeichert waren, brauchten wir kein weiteres Formular ausfüllen. Unsere Fingerabdrücke wurden noch eingescannt und wir wurden fotografiert. Nach Bezahlen der Gebühr über 12 USD war alles erledigt. Der weiße Einreisezettel wurde im Pass befestigt und wir wurden eindringlich darauf hingewiesen, dass wir bis zum eingetragenen Datum das Land verlassen müssen.

Entfernungen

Die einzelnen Entfernungen, die wir in den USA zurückgelegt haben, waren nicht so riesig wie in Kanada. Das kommt aber auf die gewählte Strecke an. Die USA ist ebenfalls kein kleines Land. Wir wollten unsere Route aber hauptsächlich auf die Nationalparks im Südwesten beschränken und diese liegen fast alle nahe beieinander. So war die Bewältigung der Strecke insgesamt entspannter. Aber auch hier gilt, man kann sich nicht alles ansehen. Insbesondere in den Nationalparks hätten wir uns sicherlich viel länger aufhalten können oder auch außerhalb hätte es noch viel zu sehen gegeben.

Internet

Bzgl. Internet ist die Situation nicht viel anders als in Kanada gewesen. Wir haben gehofft, dass es in den Visitor Centern der Nationalparks Internet gib. Das war meist so, aber nicht immer. Ansonsten haben wir wieder Mc Donald’s oder andere Fastfoodketten oder Cafes genutzt. Das Internet auf Campingplätzen war meist nicht in der Qualität, die wir  sie uns gewünscht hätten. In der Regel gab es dies ebenfalls nur im Bereich der Anmeldung. Manchmal war das Internet zu bestimmten Zeiten am Platz verfügbar, dann wieder nicht.

Landschaft/Nationalparks

Wir denken, unsere Eindrücke bzgl. der Landschaft haben wir in unseren Berichten ausführlich beschrieben. Wir waren einfach überwältigt von der Vielfalt der einzelnen Nationalparks, aber auch auf den übrigen Strecken sind wir immer wieder durch schöne Landschaften gefahren. Wir können jedem nur empfehlen, sich unbedingt die Nationalparks im Südwesten der USA und der näheren Umgebung anzusehen. Größtes Highlight für uns, insbesondere aber für Ralf, war der Besuch des Grand Canyon. Diese Größe ist einfach unvorstellbar. Unbedingt beschaffen sollte man sich den Nationalparkpass für 80 USD. Das Geld hat man nach dem Besuch von 3 Nationalparks wieder rein. Er gilt außerdem in vielen Recreation Areas und manchmal auch auf Campingplätzen. Wer State Parks besuchen möchte, muss dafür extra zahlen. Sehr vorteilhaft fanden wir, dass es in den Nationalparks überall Rancher gibt, die Auskünfte erteilen oder bei der Planung von Wanderungen helfen. Sie sind sehr freundlich und hilfsbereit. Oftmals werden auch Rancherprogramme angeboten, wo z.B. Vorträge über die Entstehung der Nationalparks, über Tierarten oder den Sternenhimmel gehalten werden. Als positiv haben wir ebenfalls empfunden, dass es in den Nationalparks bzw. den Visitor Centern Trinkwasserstellen gibt, wo Flaschen und z.T. auch Kanister aufgefüllt werden können. Diese sind z.T. auch auf Trails zu finden. Wer die Landschaft auf Offroadtouren genießen möchte, findet auch hier unzählige Möglichkeiten, z.B. in der Umgebung von Moab. Aber auch das Fahren am Strand oder in den Dünen, wie Pismo Beach, ist kein Problem.

Menschen

Wir haben so viele freundliche und hilfsbereite Menschen getroffen, die uns immer mit Tipps oder interessanten Informationen versorgt haben. Alle haben sehr aufgeschlossen reagiert, wenn wir erzählten, dass wir aus Deutschland sind. Viele von ihnen waren schon einmal in Deutschland bzw. haben deutsche Wurzeln. In den Gesprächen kam immer irgendein Vorfahre ins Gespräch, der aus Deutschland kam. Manche versuchen, ihre deutschen Wurzeln zu pflegen, indem sie weiterhin die Sprache sprechen. Allerdings trifft man dies eher bei den etwas Älteren an. Immer wieder wurde uns unterwegs auf dem Highway zugewunken, wenn wir überholt wurden. Viele Amerikaner finden unser Auto toll, fahren selbst riesige RVs und finden diese eigentlich zu groß. Das mag verstehen, wer will. Insbesondere Auto fahren in den größeren Städten oder auf den Highways in der Nähe macht nicht wirklich Spaß. Da kennen die Amerikaner keine Freunde. Bei Spurwechsel kann man blinken wie man will. Da hilft theoretisch nur rüber ziehen und hoffen, dass nichts passiert.

Reiseführer, Infomaterial, Karten

Wir haben den Lonely Planet Reiseführer „USA Südwest“. Dieser war nur bedingt nützlich. Die Ausführungen zu den Nationalparks sind eindeutig zu gering. Hier haben wir zusätzlich den Reiseführer von Marion Landwehr „Nationalparkroute USA“ genutzt. In diesem sind die Nationalparks im Bereich Arizona und Utah ausführlich beschrieben mit Wegstrecken, Wander- und Übernachtungsvorschlägen. Die Route ist als Rundtour aufgeführt mit Beginn und Ende in Las Vegas. Sie lässt sich aber entsprechend abwandeln. Dazu gibt es eine Smartroute, wo die Strecke nochmals übersichtlich mit Entfernungsangaben zu Haupt- und Nebenstrecken und Sehenswertem aufgeführt ist. Obwohl die Auflage von 2017 war, war einiges schon wieder veraltet, aber das lässt sich bei den ständigen Änderungen sicher nicht vermeiden. Auch für die USA haben uns die Berichte von anderen Reisenden sehr geholfen, um Strecken zu finden, die nicht in jedem Reiseführer beschrieben sind. Eine weitere Hilfe sind die Visitor Centers in den Nationalparks. Beim Betreten der Parks gibt es in der Regel einen Plan und eine Zeitung mit Wandervorschlägen, Rangerprogrammen und weiteren Informationen. Straßenkarten haben wir uns beim AAA besorgt. Diesen gibt es in vielen größeren Städten. Einfach die ADAC-Mitgliedskarte vorlegen, dann gibt es ebenfalls umfangreiches Informationsmaterial kostenlos. Wir haben für alle Staaten, die wir besucht haben, diese Karten erhalten und z.T. noch Broschüren mit allerlei Informationen über die einzelnen Orte, Nationalparks, etc..

Reisezeitraum

Wir waren in den Monaten September bis November unterwegs und hatten fast immer tolles Wetter. Es gab ganz selten einen kurzen Schauer. Wer aber denkt, in diesem Zeitraum ist er in den Nationalparks allein unterwegs, der irrt gewaltig. Die angenehmeren Temperaturen lassen ganze Völkerstämme in die Nationalparks ziehen. Nicht selten sind dann Campingplätze überfüllt, so dass man sich außerhalb des Parks eine Übernachtungsmöglichkeit suchen muss. Dazu kommt, dass einige Campingplätze, obwohl der Bedarf vorhanden ist, bereits geschlossen haben (besonders auffällig im Yosemite Nationalpark). In der sogenannten Nachsaison muss man außerdem mit häufigen Baustellen rechnen. So kurz vor dem Winter wird versucht, noch einiges wieder in Ordnung zu bringen, was zum Teil längere Wartezeiten mit sich bringt.

Straßen

Die Straßen in den USA waren sehr gut bis gut. Auch hier war es an den Baustellen so, dass wir zum Teil einem „Pilot Car“ folgen mussten. Wir haben uns dann jedes mal gefragt, wie wir uns hätten da verfahren können, aber gut, es schafft Arbeitsplätze. In den USA gibt es ebenfalls die Vorfahrtsregelung an Stoppschildern, wer zuerst da ist, fährt zuerst. Wir staunen wirklich immer wieder, wie das so gut funktioniert. Aufgefallen ist uns, dass an vielen Straßen Schilder standen mit der Aufschrift „Adopt A Highway…“. Dabei handelt es sich um ein Programm z.B. für Privatpersonen oder Unternehmen, die für einen Weg, Straßenabschnitt u.ä. die Pflege übernehmen können. Dazu gehören z.B. Pflanzen von Bäumen oder Blumen, Entfernen von Abfall, Kontrolle der Vegetation. Die Teilnahme ist kostenlos und gratis dazu gibt es ein Schild auf dem die „Pfleger“ stehen. Das Programm scheint gut angenommen zu werden. Zumindest haben wir sehr viele Schilder davon gesehen. Keine schlechte Sache finden wir.

Tanken

Der Bezug von Benzin und Diesel ist problemlos möglich. Diesel ist teurer als Benzin. Allerdings sollte man doch rechtzeitig tanken. In manchen Gegenden sind Tankstellen spärlich. Bei manchen Tankstellen ist es so, dass vor dem Tanken ein Betrag angeben werden muss, mit dem die Kreditkarte belastet wird. Tankt man weniger, erfolgt nur die Abbuchung des tatsächlich getankten Betrages. Hier gilt es jedoch aufzupassen. Uns ist es zweimal passiert, dass nicht der tatsächliche Betrag, sondern der zu Beginn angegebene Betrag abgebucht wurde. Das ist natürlich ärgerlich und eine Kontaktaufnahme zum Eigentümer der Tankstelle (wie von der Bank gefordert) schwierig.

Toiletten

In den USA gibt es kaum Probleme mit öffentlichen Toiletten. Sie sind meist sauberer als in Deutschland und vor allem kostenlos. Oftmals werden Toilettensitze aus Papier zur Verfügung gestellt. In den Nationalparks und abgelegenen Gebieten gibt es meistens nur Plumpsklos, aber auch diese sind in der Regel sauber. Zur Händereinigung sind meist Spender mit Desinfektionsmittel vorhanden.

Übernachtungen

Übernachten ist kein Problem. Es gibt Hotels oder Motels in allen Preiskategorien. Für alle anderen stehen (in der Regel) jede Menge Campingplätze zur Verfügung. Die Möglichkeiten für „wildes Campen“ sind unerschöpflich. Eine gute Möglichkeit zum Übernachten sind National Forests oder BLM-Gelände (Bureau of Land Management). Dort gibt es zwar meist keine Sanitärmöglichkeiten, aber man schläft ruhig und idyllisch. Auf den Campingplätzen gibt es in der Regel Picknicktisch und Bänke sowie eine Feuerstelle. Das Feuerholz kann vor Ort gekauft werden. Duschen sind insbesondere auf den Campingplätzen in den Nationalparks rar und es stehen meist nur Plumpsklos zur Verfügung. Irgendwann muss dann doch mal ein RV-Park mit heißen Duschen und auch Waschmaschinen besucht werden. Zum Teil gibt es beides öffentlich in einigen Orten. In den RV-Parks muss oftmals für Duschen extra bezahlt werden. Bei der Suche nach Übernachtungsplätzen hat uns wieder die „iOverlander-App“ gute Dienste geleistet. Es sind zahlreiche Plätze aufgeführt. Insbesondere wenn nicht die Möglichkeit besteht, im Nationalpark zu schlafen, haben wir dort oft einen Platz kurz hinter der Nationalparkgrenze gefunden. Sicher gefällt einem nicht jeder Platz, aber die meisten sind wirklich empfehlenswert. Eine weitere Hilfe war uns die App Wikicamps USA. Dort sind ebenfalls Campingplätze, Recreations Sites, Parkplätze, Trails etc. zu finden. Insbesondere wenn wir Campingplätze mit Waschmaschine und Wifi gesucht haben, hat uns diese App viel genutzt.