25 Tage Guatemala – Erfahrungen und Tipps

Autoversicherung
Für Guatemala ist keine Autoversicherung vorgeschrieben. Wir haben jedoch eine online bei Todoriesgo abgeschlossen. Einfach eine Mail an Daniel Alvarado schreiben (ealvarado@todoriesgo.net). Dann wird einem ein Formular zugeschickt, in dem die Kreditkartenangaben zu übertragen sind. Das geht dann wieder zurück, zusammen mit einer Kopie der Kreditkarte, dem Reisepass des Fahrzeughalters, Fahrzeugschein und Foto des Fahrzeuges. Anschließend erhält man per Mail die Versicherungspolice. Diese gilt für Guatemala, El Salvador, Honduras, Nicaragua und Costa Rica. Allerdings ist von anderen Reisenden bekannt, dass diese in Costa Rica nicht anerkannt wird und dort eine neue abgeschlossen werden muss. In jedem Fall sollte die Versicherungspolice, die eine reine Haftpflichtversicherung ist, ausgedruckt werden. Die Versicherung kann für 15, 30, 60 oder 90 Tage abgeschlossen werden. Wir haben für 60 Tage 459 Quetzales bezahlt.

Banken
Auch in Guatemala ist es möglich, in Supermärkten, Hotels, an Tankstellen etc. mit Kreditkarte zu bezahlen. Wir haben jedoch grundsätzlich alles bar bezahlt. Geldautomaten sind in allen größeren Orten zu finden. Es wird grundsätzlich empfohlen, Geld an Automaten abzuheben, die nachts nicht unbewacht sind, also z.B. in Supermärkten. Weniger empfehlenswert sind die kleinen Räume in Banken. Wir haben meistens die Geldautomaten in Supermärkten benutzt. Hierbei gab es keine Probleme. Aber auch in Guatemala kann man nur „kleinere“ Beträge am Automaten abheben. Das sind in der Regel 2.000 oder 3.000 Quetzales. Wenn der Betrag zu hoch gewählt wird, kommt zumindest die Karte wieder aus dem Automaten, aber eben kein Geld. Eine wiederholte Aktion mit einem geringeren Betrag hat bei uns problemlos geklappt. Unabhängig davon bei welcher Bank wir Geld abgehoben haben, betrugen die Gebühren immer 41,50 Quetzales.

Einkaufen/Essen
Über das Angebot in den Supermärkten waren wir angenehm überrascht. Es gab definitiv mehr zu kaufen als in Belize und es gab auch wieder frisches Fleisch und nicht nur eingefrorenes. Wir waren in der Regel bei Despensa Familiar einkaufen, einem „Ableger“ von Walmart, wobei das Angebot dazu im Vergleich geringer ist. In Guatemala-City gibt es auch Walmart. Zu dem Angebot können wir nichts sagen, da wir dort nicht eingekauft haben.
Ansonsten gibt es an jeder Ecke kleine Läden, wo zumindest Getränke und manchmal auch Obst und Gemüse erhältlich sind. Die Märkte sind wieder gute Anlaufstellen für Obst und Gemüse. Die Lebensmittelpreise sind höher als in Mexiko aber geringer als in Belize.
In Guatemala gibt es in den Städten wieder mehr Fast-Food-Ketten (Mc Donald’s, Subway, Domino’s,…), aber auch kleine Restaurants mit akzeptablen Preisen. Die kleinen Comedoren gibt es ähnlich wie in Mexiko. Wir haben sie hier aber eher selten genutzt. Sie erschienen uns nicht immer so einladend.
In Restaurants ist darauf zu achten, dass man nicht doppelt Trinkgeld gibt, sofern man das nicht ausdrücklich möchte. In der Regel ist das Trinkgeld bereits in der Rechnung enthalten. Ob man eine Chance hat, dies nicht zu bezahlen, wenn man unzufrieden war, wissen wir leider nicht.

Ein- und Ausreise
Informationen zur Ein- und Ausreise findest du hier.

Entfernungen
In Guatemala sind wir 1.689 km gefahren. Die einzelnen Entfernungen sind nicht so riesig (natürlich je nach den gewählten Zielen). Die Fahrzeit ist jedoch sehr vom Zustand der gewählten Straße abhängig. Anhand von Karten oder Navisystemen ist nicht immer vorher erkennbar, in welchem Zustand sich die zu fahrende Straße befindet und man erlebt dann manche Überraschung (Weiteres siehe unter Straßen).

Internet
Bzgl. Internet ist die Situation sehr unterschiedlich. Auf den Campingplätzen gibt es nicht so oft Internet und wenn, dann nur in der Nähe der Rezeption. Oft gibt es in Restaurants die Möglichkeit sich Zugang zum Internet zu verschaffen. Jedoch muss hier meist das Passwort erfragt werden. Freie Netze, wie in Mexiko, gibt es selten. Ansonsten helfen mal wieder die Fast-Food-Ketten bzw. eine gekaufte SIM-Karte.

Landschaft/Städte
Die Landschaft in Guatemala ist grandios. Überall ist es grün. Es gibt fruchtbare Kaffee-, Kakao-, Obst- und Zuckerrohrplantagen, aber auch Palmen und sonstige Laubbäume. Die Landschaft besteht vorrangig aus bergigen, bewaldeten Hochland und mit Urwald bewachsenen Ebenen und es eröffnen sich immer wieder neue Ausblicke. Im Westen des Landes ragen eine Vielzahl von Vulkanen in den Himmel, von denen einige bestiegen werden können.
Städte haben wir nur wenige besucht und sicher sind die Kolonialstädte in Mexiko bedeutender. Dennoch bieten sich Ausflüge z.B. nach Flores oder Antigua an, die uns sehr gefallen haben. Ansonsten sind in Guatemala eher kleine Orte zu finden. Besonders beliebt in den Städten, klein wie groß, sind als Fortbewegungsmittel die Tuk-Tuks, mit denen man durch jede Gasse kommt. Sie sind sehr oft zu finden und preiswert.
Was auffällig war, sind die unterschiedlichen Eintrittsgelder für Sehenswürdigkeiten, die um einiges höher sind als in Mexiko. Zum Teil gibt es sogar drei Preisstufen: Besucher von Guatemala, Zentralamerika und Sonstige (also solche wie wir), wobei die Unterschiede enorm waren.
In Guatemala wiederum auffällig ist das fehlende Umweltbewusstsein. Dachten wir anfangs noch, es ist sauberer als in Mexiko, wurden wir bald eines Besseren belehrt. Je weiter wir in das Land vorgedrungen sind, desto mehr waren wieder überall Müllecken oder Müllberge an den Straßenrändern zu finden. Manchmal direkt vor der Haustür, auf dem Grundstück und sogar auf Friedhöfen. Wir haben mehrmals gesehen, wie Menschen Müll aus dem Auto geworfen haben. Wir können einfach nicht verstehen, wie ordentliche und sauber gekleidete Menschen sich da wohl fühlen können. Manche versuchen etwas Ordnung zu halten, indem sie den Müll verbrennen. Das ist unter Umweltaspekten betrachtet natürlich nicht so ökologisch, aber manchmal wahrscheinlich die einzige Alternative, nicht im Müll zu ersticken. Es ist wirklich erschütternd, wenn man durch diese wunderbare Natur fährt und dann den vielen Müll sieht.

Menschen
Hier haben wir wieder viele freundliche und herzliche Menschen getroffen. Die Guatemalteken sind hilfsbereit und gelassen. Wenn manchmal anfangs etwas scheu, haben wir doch meist ein Lächeln oder ein „Hola“ als Gruß bekommen, wenn wir gegrüßt oder gewunken haben. Auch hier haben wir versucht, mit Einheimischen ins Gespräch zu kommen und so mehr über Land und Leute zu erfahren. Wir haben bereitwillig Auskunft zu allen Fragen bekommen, soweit das mit unseren Sprachkenntnissen möglich war. Sehr liebenswert fanden wir, wie die Menschen versucht haben, uns mit unseren Spanischkenntnissen zu helfen.
Viele Guatemalteken leben in sehr einfachen Verhältnissen, versuchen aber das Beste daraus zu machen. Wichtig für sie ist die Familie, gutes Essen und etwas nette Gesellschaft.
Deutschland scheint in Guatemala beliebt zu sein und wenn man erst einmal anfängt über Fußball zu diskutieren, ist jegliche Scheu verschwunden.
Für uns interessant zu sehen war auch, das Verhältnis Mutter und Kind. Stillen in der Öffentlichkeit ist völlig normal. Niemand verkriecht sich in eine dunkle Ecke. Kinder werden gestillt, wo man gerade steht und es ist durchaus möglich, dass einem beim Einkaufen eine stillende Mutti bedient. Kein Problem hier.

Militär-/Polizeikontrollen
Wir wurden kein einziges Mal kontrolliert. Auch ansonsten sind Kontrollen scheinbar seltener. Verkehrskontrollen erübrigen sich ohnehin, da sich niemand an die Verkehrsregeln hält. Korrupten Polizisten sind wir ebenfalls nicht begegnet.

Reiseführer, Infomaterial, Karten
Als Reiseführer haben den Lonely Planet Reiseführer „Zentralamerika“ genutzt. Unserer Meinung nach ist dieser ausreichend. Die einzelnen Reiseziele sind relativ kurz aufgeführt, geben aber eine gute Übersicht. Weiterführende Informationen haben wir uns im Internet gesucht. Einige gute Tipps haben wir wieder aus den Berichten von anderen Reisenden entnommen.
Außerdem hatten wir eine Landkarte Guatemala von Reise-Know-how. Diese bietet wirklich nur eine grobe Übersicht, da viele Straßen nicht eingezeichnet sind.
Touristeninformationen sind sehr selten und wenn, nur in den Städten zu finden.

Reisezeitraum
Wir waren im April in Guatemala unterwegs. Das Wetter war meist schön, aber wir haben auch einige starke Schauer erlebt. Es war oftmals sehr heiß, insbesondere an der Küste. In den höheren Lagen war es angenehmer. Wer auf einen Vulkan klettert, sollte mit niedrigen Temperaturen und starkem Wind rechnen. Wir hatten z.B. auf dem Vulkan Acatenango um die 0°C (gefühlt eigentlich noch weniger) und am nächsten Tag an der Küste fast 40°C. Das ist schon eine gewaltige Umstellung.

Sicherheit
Für Guatemala waren die Warnungen im Vorfeld bald noch größer als für Mexiko. Die Anwesenheit von Militär und Polizei ist sehr stark. Vor vielen Supermärkten, Baumärkten, Einkaufszentren, Apotheken, an Autowerkstätten, etc. stehen private Sicherheitskräfte mit Maschinengewehren und in eine Bank hinein zu gelangen, ist ein kleines Abenteuer. Wir müssen aber sagen, wir haben uns hierbei nicht so unwohl gefühlt, wie in Mexiko, wo ganze Militärkolonnen durch die Straße gefahren sind. Die Polizei und das Militär sind aufgeschlossen und viel freundlicher als in Mexiko.
Auch die Organisation einer Polizeibegleitung für Touristen scheint ohne Probleme möglich zu sein. Bei der uns als gefährlich bekannten Strecke von San Pedro de Laguna nach Santiago haben wir eine solche in Anspruch genommen und dies hat ohne Probleme geklappt. Wir haben uns dazu einen Tag vorher bei der Polizei gemeldet und unser Anliegen vorgetragen. Am nächsten Tag mussten wir nochmals erscheinen, unsere Daten (Fahrzeugführer und Autokennzeichen) wurden aufgenommen, kurzer Anruf und die Begleitung stand pünktlich am genannten Ort zur Verfügung.
Aufgrund der von uns gemachten Erfahrungen ist es schwer vorstellbar, dass es hier auch anders laufen kann. Wir waren natürlich immer aufmerksam und die Polizei- bzw. Militärpräsenz hat sicherlich ihren Sinn, aber wir haben uns keinen Moment unsicher gefühlt.

Straßen
Der Zustand der Straßen reicht von sehr gut bis grauenhaft. Landkarten bieten nur eine grobe Orientierung über den Zustand der Straßen. Dort in selben Farben eingezeichnete Straßen können sowohl asphaltiert als auch Holperpisten sein. Das merkt man erst vor Ort. Viele Straßen sind mit zahlreichen Schlaglöchern versehen und auch hier gibt es sie wieder, die Topes, die hier Tumulos genannt werden. In Städten ist es wiederum schwierig sich zurecht zu finden. Die Navigationsgeräte kennen nicht in jede Einbahnstraße. Die Ausschilderung ist unserer Meinung nach besser als in Mexiko, aber nicht ausreichend. Oftmals hilft es nur zu sehen, in welcher Richtung die Autos parken, um herauszufinden, ob es eine Einbahnstraße ist oder nicht. Noch schwieriger wird es an Markttagen. Dann sind einige Straßen gesperrt und sich dann durch die schmalen Straßen zu finden, kann doch etwas nervenaufreibend sein.
Wenn möglich, sollte man eine Fahrt durch Guatemala-Stadt vermeiden oder wenn das nicht möglich ist, ruhig bleiben. Der Verkehr ist katastrophal und man kommt nur sehr langsam voran. Motorräder springen von links nach rechts. Wenn zwischen den Autos kein Platz ist, weicht man auf den Fußweg aus. Die Fahrweise der Busfahrer lässt noch mehr zu wünschen übrig. Die Spuren werden sinnlos gewechselt und wenn jemand aussteigen möchte, wird schon mal kurz von ganz links nach ganz rechts gedrängelt.
Die Fahrweise der Guatemalteken lässt insgesamt sehr zu wünschen übrig. Es ist nicht immer erkennbar, was sie eigentlich gerade machen wollen. Sie blinken links und biegen rechts ab. Überholen an unübersichtlichen Stellen ist an der Tagesordnung. Wenn man sieht, wie gefahren wird, wenn bspw. ein Pickup voller Menschen auf der Ladenfläche wie wahnsinnig überholt, dazu noch mit überhöhter Geschwindigkeit, da stockt einem manchmal der Atem.
Zu erwähnen wäre noch, die „Kennzeichnung“ von Baustellenbereichen. Diese erfolgt ganz einfach. Es werden ein paar Grasbüschel auf die Straße gelegt. Daran erkennt der herannahende Autofahrer, hier ist eine Baustelle. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass ein defektes Auto am Straßenrand liegt. Manchmal ist auch gar nichts zu sehen und es wurde einfach nur vergessen, die Büschel wieder zu entfernen.

Tanken
Tankstellen sind im ganzen Land verteilt und zahlreich vorhanden. In abgelegeneren Gegenden natürlich etwas weniger, aber ausreichend. Soweit wir es gesehen und erlebt haben, gibt es keine Probleme Diesel zu tanken, was in Mexiko manchmal schwierig war.
Es wird direkt an der Zapfsäule bezahlt. Wenn man möchte, bekommt man eine Quittung. Es ist sowohl Barzahlung als auch Zahlung mit Kreditkarte möglich. Ein kleines Trinkgeld für den Tankstellenmitarbeiter zaubert auch hier ein Lächeln in ins Gesicht.
Der Preis für Diesel liegt so bei ca. 0,68 €/l.

Toiletten
Von den öffentlichen Toiletten waren wir angenehm überrascht. Insbesondere an den Tankstellen sind sie in einem guten Zustand und kostenlos. Sonstige öffentliche Toiletten sind manchmal schwer zu finden und entweder kostenlos oder gegen ein kleines Entgelt zu nutzen. Auch die Nutzung von Toiletten in Cafés oder Restaurants ist möglich.
In die Toiletten darf nichts hineingeworfen werden, auch kein Toilettenpapier (Verstopfungsgefahr). Dafür stehen entsprechende Behältnisse bereit. Toilettenpapier ist nicht immer vorhanden. Manchmal wird welches von den Reinigungskräften vor den Toiletten verteilt, manchmal befindet es sich zentral im Toilettenraum, aber nicht an der einzelnen Toilette. Also, vorher nachsehen. Sicherer ist es auf jeden Fall, immer etwas Toilettenpapier bei sich zu haben.

Trinkwasser
Auch in Guatemala ist es kein Problem an Wasser zu kommen. Es gibt zum Teil wieder die kleinen „Agua Purificada“-Betriebe, aber auch in Supermärkten bekommt man Kunststoffbehälter mit 20 Litern Wasser, die gegen neue ausgetauscht werden können. Ansonsten haben wir unseren Wassertank, wenn möglich, auch immer auf den Campingplätzen aufgefüllt.

Übernachtungen
Wir haben in Guatemala grundsätzlich auf Campingplätzen oder Plätzen an Hotels übernachtet. Freies Campen erschien uns doch nicht so sicher. Wir hatten keine Probleme entsprechende Plätze zu finden, wobei uns natürlich die iOverlander-App sehr geholfen hat.
Die Qualität der Plätze reichte von chaotisch bis zum kleinen Paradies. Duschen stehen oft zur Verfügung, manchmal aber nur mit kaltem Wasser, was bei den z.T. hohen Temperaturen aber sehr erfrischend war. Es gibt meist ganz normale Toiletten. Manchmal muss man zum Spülen einen Wassereimer nutzen.
Mit Waschmaschinen sieht es eher mager aus. Die Plätze mit Hotelanschluss bieten meistens einen Wäscheservice an, der genutzt werden kann. Ansonsten bleibt nur das Aufsuchen einer öffentlichen Wäscherei, was aber meist problemlos klappt. Diese sind preiswert und die Wäsche ist meist am selben Tag fertig.