11 Tage Nicaragua – Erfahrungen und Tipps

VORAB:
Wir sind zu der Zeit in Nicaragua unterwegs als die Lage im Land sehr angespannt ist und der Widerstand gegen Daniel Ortega und die Regierung immer weiter zunimmt. Nach Erhöhung der Sozialabgaben und der Kürzung der Renten begannen in dem Land die Proteste, die sich immer mehr ausweiten und viele Todesopfer bisher gefordert haben. Aus diesem Grund war es uns nicht möglich, Nicaragua so zu bereisen, wie wir es uns vorgestellt haben.

Autoversicherung
Wir haben bereits in Guatemala eine Versicherung online bei Todoriesgo abgeschlossen, welche auch Nicaragua einschließt (siehe hier).

Banken
Auch in Nicaragua ist es möglich, in Supermärkten, Hotels, an Tankstellen etc. mit Kreditkarte zu bezahlen. Wir haben jedoch grundsätzlich alles bar bezahlt. Geldautomaten sind in allen größeren Orten zu finden. Es wird grundsätzlich empfohlen, Geld an Automaten abzuheben, die nachts nicht unbewacht sind, also z.B. in Supermärkten. Weniger empfehlenswert sind die kleinen Räume in Banken. Jedoch lässt sich dies nicht immer vermeiden und wir haben auch da keine Probleme gehabt.
In Nicaragua haben wir ebenfalls nicht immer gleich Geld an den Automaten abheben können und mussten mehrere aufsuchen. Gut geklappt hat es bei der BANPRO.
An den Geldautomaten können sowohl Córdobas als auch Dollar abgehoben werden.

Einkaufen/Essen
Das Angebot in den Supermärkten ist gut, wenn auch teurer als in den anderen Ländern Zentralamerikas. Bei La Colonia gibt es besonders viel zu kaufen, jedoch ist es dort relativ teuer. Als Alternativen gibt es Pali, Maxi Pali oder Despensa Familiar. Bei Pali und Maxi Pali haben wir weniger gern eingekauft. Oft ist es dort recht unordentlich und das Angebot überschaubar.
Hat man Appetit auf auswärtiges Essen sind kleine Restaurants überall zu finden. Oftmals gibt es auch in den Supermärkten kleine Imbisse zu annehmbaren Preisen.

Ein- und Ausreise
Informationen zur Ein- und Ausreise findest du hier.

Entfernungen
In Nicaragua sind wir 773 km gefahren. Die einzelnen Entfernungen, die wir zurückgelegt haben, waren meist nicht so riesig. Das kommt aber auf die gewählte Strecke an. Wir sind in jedem Fall nur tagsüber gefahren.

Internet
Bzgl. Internet ist die Situation sehr unterschiedlich. Auf den Campingplätzen gibt es nicht so oft Internet und wenn, dann nur in der Nähe der Rezeption. Gute Verbindungen bestehen in Hotels. Auch in Restaurants und Einkaufszentren besteht die Möglichkeit sich Zugang zum Internet zu verschaffen. Jedoch muss hier meist das Passwort erfragt werden. Der Kauf einer SIM-Karte ist ebenfalls unkompliziert.

Landschaft/Städte
In Nicaragua ist die Landschaft wiederum sehr abwechslungsreich. Die westliche Küstenregion ist gekennzeichnet von mehreren Vulkanen. Außerdem befindet sich dort mit dem Lago de Nicaragua der größte See Zentralamerikas. Die Insel Ometepe mit ihren beiden Vulkanen mitten im See gelegen, ist ein lohnenswertes Ziel. Überrascht waren wir auch davon, dass in Nicaragua Reis angebaut wird. Bisher haben wir dies immer nur mit Asien verbunden. Im Norden findet man viele Berge und Täler und die Temperaturen sind angenehmer. Der Besuch des Somoto-Canyons sollte bei einem Aufenthalt in Nicaragua nicht fehlen. Außerdem befinden sich in dieser Gegend eine Vielzahl an Kaffeeplantagen. An der Karibikküste, die wir aber nicht besucht haben, sind viele Lagunen und Deltas.
Nicaragua hat auch endlich wieder schöne Kolonialstädte zu bieten. Leider konnten wir uns nur Leon ansehen. Gern wären wir nach Granada gefahren, aber die Situation hat es einfach nicht zugelassen. Von Leon waren wir sehr begeistert, obwohl es sehr, sehr heiß war.

Menschen
Die Menschen in Nicaragua sind freundlich, aber in der Regel sehr zurückhaltend. Ob die Vergangenheit der Nicaraguaner oder die angespannte Situation im Land eine Rolle dabei spielt, können wir nicht sagen. Eine Herzlichkeit und Höflichkeit, wie in Guatemala oder El Salvador, haben wir hier leider nicht vorgefunden.

Militär-/Polizeikontrollen
Obwohl die Lage im Land angespannt war, haben wir relativ wenig Militär bzw. Polizei gesehen. In der Regel stand die Polizei abseits einzelner Blockaden und hat die Situation nur beobachtet. Wir selbst wurden nie angehalten und kontrolliert.

Reiseführer, Infomaterial, Karten
Als Reiseführer haben den Lonely Planet Reiseführer „Zentralamerika“ genutzt. Unserer Meinung nach ist dieser ausreichend. Die einzelnen Reiseziele sind relativ kurz aufgeführt, geben aber eine gute Übersicht. Weiterführende Informationen haben wir uns im Internet gesucht. Einige gute Tipps haben wir wieder aus den Berichten von anderen Reisenden entnommen.
Außerdem hatten wir eine Landkarte El Salvador-Honduras-Nicaragua von Reise-Know-how. Diese bietet wirklich nur eine grobe Übersicht, da viele Straßen nicht eingezeichnet sind.
Touristeninformationen haben wir keine gesehen, aber auch nicht danach gesucht.

Reisezeitraum
Wir waren im Mai in Nicaragua unterwegs und hatten tagsüber fast immer schönes Wetter. Es war jedoch zum Teil sehr heiß. Gegen Abend bzw. nachts gab es oftmals Regenschauer.

Sicherheit
Nicaragua gilt als das sicherste Land Zentralamerikas. Dementsprechend haben wir uns auf ein entspanntes Reisen gefreut, was letzten Endes dann aufgrund der derzeitigen Lage so nicht eingetreten ist. Dennoch haben wir uns nie unsicher gefühlt. Aufgrund der Vielzahl an Straßenblockaden ließ es sich leider nicht vermeiden, an der ein oder anderen anhalten zu müssen. Wir wurden dort stets höflich behandelt und uns umfangreich erklärt, warum die Blockaden erforderlich sind. Menschen haben uns ohne zu zögern geholfen, Blockaden zu umfahren.
Wir wünschen dem nicaraguanischen Volk, dass es endlich zu einer friedlichen Einigung kommt und die Probleme gelöst werden.

Straßen
Von den Straßen in Nicaragua sind wir angenehm überrascht. Sie sind glatt asphaltiert, haben wenig Schlaglöcher und die gehassten Topes sind kaum anzutreffen. Lediglich in ein paar wenigen Orten sehen wir diese. Geschwindigkeitsbegrenzungen sind oft vorhanden, insbesondere vor Schulen und davon scheint es in diesem Land unzählige zu geben. Die Einheimischen nehmen diese aber nicht wirklich ernst.

Tanken
Tankstellen sind im ganzen Land verteilt. Beim Tanken darauf achten, dass die Anzeige genullt ist, ansonsten wundert man sich dann über den zu hohen Preis. Bezahlt werden kann direkt an der Zapfsäule. Auf Wunsch erhält man auch eine Rechnung. Wir haben immer bar bezahlt. Der Servicemitarbeiter freut sich über ein kleines Trinkgeld.
Der Preis für Diesel liegt so bei 0,82 €/l.

Toiletten
Die öffentlichen Toiletten sind meist in einem guten Zustand, manchmal aber schwer zu finden, insbesondere in Städten. Meist erfolgt die Nutzung gegen ein kleines Entgelt. Auch die Nutzung von Toiletten in Cafés oder Restaurants ist möglich.
In die Toiletten darf nichts hineingeworfen werden, auch kein Toilettenpapier (Verstopfungsgefahr). Dafür stehen entsprechende Behältnisse bereit. Toilettenpapier ist nicht immer vorhanden. Manchmal wird welches von den Reinigungskräften vor den Toiletten verteilt, manchmal befindet es sich zentral im Toilettenraum, aber nicht an der einzelnen Toilette. Also, vorher nachsehen. Sicherer ist es auf jeden Fall, immer etwas Toilettenpapier bei sich zu haben.

Trinkwasser
Es ist uns nicht bekannt, ob es auch hier die Agua purificadoras gibt. Auf jeden Fall sind die blauen 20 Liter Behältnisse im Supermarkt erhältlich. Wir haben unseren Wassertank immer auf Campingplätzen oder an Hotels aufgefüllt.

Übernachtungen
Übernachtet haben wir vorrangig auf Parkplätzen von Hotels oder Restaurants, aber auch Campingplätzen. Wie immer haben wir iOverlander genutzt.
Die Plätze waren meistens gut. Die Sanitäranlagen jedoch manchmal in einem eher schlechten, sprich sehr schmutzigen, Zustand. Aber es gab auch tolle Sanitäranlagen.
Duschen waren meist vorhanden, oft aber nur mit kalten Wasser ausgestattet. Bei hohen Temperaturen kein Problem und somit herrlich erfrischend. Auf den Toiletten ist meist noch Toilettenpapier zu finden, aber es gibt selten Seife oder gar Papierhandtücher, Stromanschlüsse waren nicht immer vorhanden. Manchmal haben die Eigentümer den Anschluss von Cabanas zur Verfügung gestellt. Waschmaschinen sind auf Campingplätzen ebenfalls rar. Hier bleibt notfalls nur der Gang zu einer öffentlichen Wäscherei oder selber waschen. In Hotels wird manchmal Wäscheservice angeboten.