46 Tage Costa Rica – Erfahrungen und Tipps

Autoversicherung
Wie bereits vermutet, wird die Autoversicherung, die wir in Guatemala abgeschlossen haben und die Costa Rica normalerweise einschließt, nicht anerkannt. Wir schließen deshalb an der Grenze eine neue Versicherung ab. Diese gilt 3 Monate und kostet für uns 41 USD.

Banken
Es ist durchaus möglich, in Supermärkten, Hotels, an Tankstellen etc. mit Kreditkarte zu bezahlen. Wir haben darauf jedoch weitgehend verzichtet und bar bezahlt. Wir haben oft die Geldautomaten in Supermärkten ohne Schwierigkeiten genutzt, ansonsten bei den Banken.
In der Regel haben wir 200.000 Colones erhalten. Die Gebühren dafür lagen bei 1.500 Colones. An den Geldautomaten ist es ebenfalls möglich, USD abzuheben. Somit können die Geldvorräte für die Verschiffung in Panama aufgefüllt werden. Wir haben meist 300 USD abgehoben und dafür eine Gebühr von 3 USD bezahlt.

Einkaufen/Essen
Die Lebensmittelpreise in Costa Rica liegen weit über denen der anderen zentralamerikanischen Länder und sogar über deutschen Niveau für bestimmte Lebensmittel. Einkaufen waren wir z.B. bei Walmart oder bei Maxi Pali/Pali bzw. in kleinen Lebensmittelgeschäften.
Auch die Preise in Restaurants sind bedeutend höher als in den anderen Ländern. Günstig essen ist z.B. möglich in Restaurants mit Selbstbedienung und Buffetangebot. Dort kann man sich die Speisen selbst aussuchen. Es wird aber kein Festpreis für ein Buffet, wie in Deutschland bezahlt, sondern jede Speise hat ihren Preis. Wir haben diese Angebote gern genutzt, da es meist eine große Auswahl gab.

Ein- und Ausreise
Informationen zur Ein- und Ausreise findest du hier.

Entfernungen
In Costa Rica sind wir 4.153 km gefahren. Diese große Strecke kommt dadurch zustande, dass wir erst zu zweit durch Costa Rica gereist sind und dann nochmals mit unserem Besuch unterwegs waren. Dabei hatten wir dann ein festes Quartier und haben von dort die einzelnen Nationalparks und Sehenswürdigkeiten angefahren.
Die einzelnen Entfernungen sind normalerweise nicht so groß, aber es gibt viele Berge und Kurven und z.T. sind viele LKWs unterwegs, so dass ungefähr von einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 km/h ausgegangen werden kann. Auch in Costa Rica sind wir nur tagsüber gefahren und haben unser Ziel immer bequem erreicht.

Internet
Bzgl. Internet ist die Situation sehr unterschiedlich. Auf den Campingplätzen gibt es nicht so oft gutes Internet und wenn, dann nur in der Nähe der Rezeption. Oft besteht in Restaurants und Einkaufszentren die Möglichkeit sich Zugang zum Internet zu verschaffen. Das Internet in unserer Ferienwohnung dagegen war sehr gut. Ansonsten helfen mal wieder die Fast-Food-Ketten. Oder man kauft sich eine SIM-Karte in einem der unzähligen Geschäfte.

Landschaft/Städte
Costa Rica ist unheimlich grün und landschaftlich vielfältig. Wir haben bisher noch nie so eine abwechslungsreiche Natur gesehen. Viele Gebiete sind als Nationalpark deklariert. So schön wie die Natur ist, der Nachteil dieser Nationalparks ist, dass für jeden ein gesonderter Eintrittspreis bezahlt werden muss. Das sind in der Regel 10 bis 18 USD. Das Wegenetz in diesen Parks ist manchmal sehr begrenzt. Es ist möglich, dass es zwei kleine Trails mit ca. 4 km Weglänge gibt und auch dafür sind 12 USD fällig. In den USA und Kanada fanden wir es definitiv angenehmer einen Nationalparkpass erwerben zu können, der dann für alle Nationalparks galt. Das ist hier definitiv nicht so. Dazu gibt es noch private Reservate, bei denen die Eintrittspreise nochmals um ein Vielfaches höher liegen. Dennoch lohnt sich der Besuch einiger Parks, sei es zum Wandern oder zum Tiere beobachten. Die Tierwelt ist faszinierend und es ist relativ leicht, Tiere anzutreffen. Dennoch sollte man sich überlegen, zu welcher Tageszeit, man einen Park besucht. Wir haben immer versucht, früh morgens loszuwandern. Die Temperaturen sind angenehmer, die Wahrscheinlichkeit Tiere anzutreffen ist größer und der Ansturm von Touristen hält sich ebenfalls in Grenzen.
In Costa Rica sind wir erstmals seit langen Zeiten wieder durch saubere Landschaften gefahren, was für uns sehr wohltuend war.
Das Land ist bekannt für seine Natur, nicht aber für seine Städte. Dennoch gibt es kleinere Städte, wie z.B. Zarcero oder Sarchi, die sich für einen kleinen Bummel eignen. Orte am Pazifik oder in der Karibik sind meist sehr touristisch. San José lohnt nicht unbedingt einen Besuch, ist aber interessant und es finden sich zumindest ein paar schöne und ruhige Ecken.

Menschen
Pura Vida! Das ist der Leitspruch der Costa Ricaner und dieser wird möglichst bei jedem Gespräch mit angebracht. Wir haben wieder viele freundliche Menschen getroffen. Dennoch hatten wir den Eindruck, dass die Menschen hier nicht so freundlich und herzlich sind wie z.B. in Guatemala oder El Salvador. Und im Straßenverkehr, besonders in und um San José ist dann von Freundlichkeit ohnehin nichts mehr zu spüren. Da muss man sich seinen Platz auf der Straße „hart erkämpfen“.

Militär-/Polizeikontrollen
Costa Rica hat bereits 1949 das Militär abgeschafft und verkündete 1983 seine dauerhafte und aktive unbewaffnete Neutralität. Somit sind wir hier nicht auf schwerbewaffnete Soldaten gestoßen, wie z.B. in Mexiko.
Die Polizei ist sehr präsent, insbesondere in den Städten. Aber wir wurden nie kontrolliert und die Polizisten auf den Straßen waren immer freundlich.

Reiseführer, Infomaterial, Karten
Als Reiseführer haben den Lonely Planet Reiseführer „Zentralamerika“ genutzt. Im Nachhinein hätten wir es als sinnvoller erachtet, wenn wir einen Einzelreiseführer von Costa Rica gehabt hätten. Dies Ausführungen waren uns diesmal doch etwas zu knapp aufgeführt und da wir letztendlich eine längere Zeit im Land waren, wären ausführlichere Informationen, z.B. zu Wandermöglichkeiten bzw. den Nationalparks von Vorteil gewesen. Ansonsten haben wir uns wieder im Internet informiert und Tipps von anderen Reisenden bekommen.
Außerdem hatten wir eine Landkarte Costa Rica/Panama von Reise-Know-how. Diese bietet wirklich nur eine grobe Übersicht, da viele Straßen nicht eingezeichnet sind. Für uns war sie jedoch ausreichend.
An den Eingängen zu den Nationalparks gibt es meist Ranger, bei denen man sich zu Wandermöglichkeiten informieren kann. Manchmal gibt es auch einen kleinen Plan mit eingezeichneten Wegen oder am Eingang befindet sich eine Übersichtskarte.

Reisezeitraum
Wir waren von Mitte Mai bis Anfang Juli in Costa Rica unterwegs und hatten anfangs teilweise sehr schlechtes Wetter mit Regen über mehrere Tage bzw. starke Regenschauer. Nach Aussagen von Einheimischen war dieses Wetter jedoch eher nicht normal für diese Jahreszeit, auch wenn Regenzeit war. Später hat sich das Wetter beruhigt und es gab in der Regel nur gegen Abend oder nachts Regenschauer. An den Küsten war es z.T. sehr heiß und die hohe Luftfeuchtigkeit in den Nationalparks trägt ordentlich zum Schwitzen bei.

Sicherheit
Costa Rica gilt als relativ sicher, wenn man von der üblichen Kriminalität in den größeren Städten oder Touristenregionen absieht. Aber auch beim Campen an Stränden sollte man etwas vorsichtig sein. Da kommt es anscheinend immer mal wieder zu Überfällen. Verwundert hat uns deshalb, dass auch hier die Grundstücke eingezäunt und die Fenster vergittert sind. Wir haben uns jedoch die ganze Zeit nicht einmal unsicher gefühlt.

Straßen
Die Straßen sind in einem relativ guten Zustand. Manchmal sind sie jedoch auch reichlich mit Schlaglöchern versehen. Nachts fahren ist somit nicht wirklich empfehlenswert. Wie bereits beschrieben, gibt es viele Berge und Kurven sowie LKWs, so dass mit längeren Fahrzeiten gerechnet werden muss. In San José steht man eigentlich meistens im Stau, egal zu welcher Zeit man unterwegs ist.
Die Fahrweise der Costa Ricaner außerhalb von San José und Umgebung ist akzeptabel, auch wenn es manchmal zu Überholmanövern in Kurven und vor Anstiegen kommt. Richtig anstrengend wird es jedoch in der Hauptstadt und dem umliegenden Gebiet. Rücksicht nehmen dort die Autofahrer grundsätzlich nicht. Dazu kommen Moped-/Motorradfahrer, die sich durch die Lücken schlängeln. Man muss also sehr aufpassen, um heil durch den Verkehr zu kommen.

Tanken
Tankstellen sind im ganzen Land verteilt. Es gibt keine Probleme, Diesel zu tanken. Bezahlt werden kann direkt an der Zapfsäule. Auf Wunsch erhält man auch eine Rechnung. Wir haben immer bar bezahlt. Der Servicemitarbeiter freut sich über ein kleines Trinkgeld.
Der Preis für Diesel liegt so zwischen 0,82 und 0,86 €/l.

Toiletten
Öffentliche Toiletten sind schwer zu finden. Die Nutzung erfolgt in der Regel gegen ein kleines Entgelt. Meist bleibt nur die Nutzung in Cafés, Restaurants oder an Tankstellen. In den Nationalparks sind meist am Eingang und manchmal auch innerhalb des Parkes Toiletten vorhanden.
In die Toiletten darf nichts hineingeworfen werden, auch kein Toilettenpapier (Verstopfungsgefahr). Dafür stehen entsprechende Behältnisse bereit. Toilettenpapier ist nicht immer vorhanden. Manchmal wird welches von den Reinigungskräften vor den Toiletten verteilt, manchmal befindet es sich zentral im Toilettenraum, aber nicht an der einzelnen Toilette. Also, vorher nachsehen. Sicherer ist es auf jeden Fall, immer etwas Toilettenpapier bei sich zu haben.

Trinkwasser
Im Supermarkt sind ebenfalls die blauen 20 Liter Behältnisse erhältlich. Wir haben unseren Wassertank immer auf den Campingplätzen aufgefüllt.

Übernachtungen
Übernachtet haben wir auf Campingplätzen, Fincas, Parkplätzen von Restaurants/Hotels oder wild am Strand. In San José haben wir uns auch eine Ferienwohnung gemietet. Wie immer haben wir iOverlander genutzt.
Die Plätze sind qualitativ sehr unterschiedlich. Es gibt kleine Paradiese, aber auch Plätze, wo Umfeld und Sanitäranlagen sehr zu wünschen übrig lassen.
Duschen waren meist vorhanden, oft aber nur mit kalten Wasser ausgestattet. Bei hohen Temperaturen kein Problem und somit herrlich erfrischend. Auf den Toiletten ist meist noch Toilettenpapier zu finden, aber es gibt selten Seife oder gar Papierhandtücher, Stromanschlüsse waren nicht immer vorhanden. Manchmal haben die Eigentümer den Anschluss von Cabañas zur Verfügung gestellt. Waschmaschinen sind auf Campingplätzen ebenfalls rar. Hier bleibt notfalls nur der Gang zu einer öffentlichen Wäscherei, die in Costa Rica aber nicht preiswert sind oder selber waschen. In Hotels wird manchmal Wäscheservice angeboten.