40 Tage Kolumbien – Erfahrungen und Tipps

Autoversicherung
Wir haben eine Haftpflichtversicherung für Kolumbien in Cartagena in einem SOAT-Büro abgeschlossen. Diese kostet pro Monat 72.000 COP. Sollte man nachmittags im Büro erscheinen, ist es durchaus möglich, dass man keine Versicherung mehr an diesem Tag bekommt, sondern am nächsten Tag noch einmal erscheinen muss.
In vielen Orten Kolumbiens, auch sehr kleinen, gibt es ein Büro der SOAT. So ist es sicherlich auch kein Problem seine Versicherung ggf. zu verlängern.

Banken
Es ist durchaus möglich, in Supermärkten, Hotels, an Tankstellen etc. mit Kreditkarte zu bezahlen. Wir haben darauf jedoch weitgehend verzichtet und bar bezahlt. Wir haben oft die Geldautomaten in Supermärkten und Einkaufscentern ohne Schwierigkeiten genutzt, ansonsten bei den Banken. Wenn wir Glück hatten, konnten wir 600.000 COP abheben, manchmal aber auch nur 300.000 COP. Es ist jedoch kein Problem mehrmals hintereinander Geld am selben Automaten abzuheben. Bei der BBVA und der Davivienda mussten wir keine Gebühren bezahlen, z.B. bei der Bancolombia und Banco de Bogota waren Gebühren in Höhe von 13.200 COP fällig.
Zwischen den einzelnen Aktionen am Automaten sollte man sich nicht zu viel Zeit nehmen, ansonsten wird der ganze Vorgang schnell abgebrochen und es muss von vorn gestartet werden.

Einkaufen/Essen
Von dem Angebot an Lebensmitteln waren wir sehr überrascht. Die Vielfalt an Obst ist schier unendlich. Wir waren, wenn möglich, bei excito einkaufen. Diesen Supermarkt gibt es in den größeren Städten. Ansonsten haben auch Ara oder Olimpica ein gutes Angebot. Obst und Gemüse wird oft am Straßenrand oder auf Märkten noch preisgünstiger verkauft. Außerhalb der größeren Städte mussten wir unsere Lebensmittel oftmals in mehreren kleinen Geschäften zusammensuchen. Das Preisniveau war deutlich geringer als in Costa Rica. Allerdings sehr teuer sind importierte Waren. Kaum zu glauben, dass sich Kolumbianer den Einkauf dieser Waren leisten können.
In kleinen Restaurants oder Comedoren haben wir wieder preiswert gegessen. Die Speisen sind lecker und die Portionen meist ausreichend. Tiefer in die Tasche greifen muss man, wenn man in den Touristenstädten unterwegs ist und unbedingt mitten im Zentrum essen möchte. Dann sind die Preise sehr hoch. Wir haben versucht, immer in einiger Entfernung zum Touristenzentrum zu essen. Da ist es wieder um einiges preiswerter.

Ein- und Ausreise
Informationen zur Ein- und Ausreise findest du hier.

Entfernungen
In Kolumbien sind wir 3.665 km gefahren. Um unser Tagesziel zu erreichen, sind wir oft mehrere Stunden unterwegs gewesen, auch wenn die Entfernungen eigentlich nicht so groß waren. Aber Straßenzustand, Baustellen und die Unmengen LKWs haben keine zügige Fahrt zugelassen (mehr dazu unter Straßen). Die Entfernungen sind nicht zu unterschätzen. Für 200 km sind durchaus 5 Stunden Fahrt möglich. Dennoch haben wir immer unser Ziel erreicht. Aber auch in Kolumbien sind wir nur tagsüber gefahren.

Internet
Mit dem Internet hatten wir in Kolumbien weniger Glück. Auf den Campingplätzen gibt es nicht so oft Internet und oft war die Verbindung eher schlecht. Oft besteht in Restaurants und Cafes die Möglichkeit sich Zugang zum Internet zu verschaffen. Jedoch muss hier meist das Passwort erfragt werden. Auch auf der Plaza der jeweiligen Stadt gibt es meist eine Wifi-Verbindung. Oder man kauft sich eine SIM-Karte in einem der unzähligen Geschäfte, z.B. von Claro, Movistar oder Tigo.

Landschaft/Städte
Kolumbien ist das viertgrößte Land Südamerikas. Die Natur ist erstaunlich vielseitig und einfach atemberaubend. Es gibt Regenwälder, Savannen und Wüsten. Der Westen Kolumbiens ist gebirgig und mit drei Ketten der Anden versehen. Sie verlaufen fast parallel durch das gesamte Land von Norden und Süden und müssen somit öfters auf Reisen überwunden werden. Außer den Anden kann man in Kolumbien natürlich auch wieder die Karibik genießen, sofern man mit der Hitze klarkommt. Wir haben es vorgezogen, soweit möglich, eher durch die kühleren Regionen zu reisen. Neben der sehr grünen Natur Kolumbiens ist es aber auch empfehlenswert einen kleinen Abstecher in die Tatacoa-Wüste zu unternehmen. Klein, aber fein!
Eine Reise durch Kolumbien wird sich meistens nur auf den Westteil des Landes beschränken, Der Osten des Landes, wo sich Regenwälder und Savannen befinden, ist mangels Straßen zum Rest des Landes abgeschnitten und somit durch Touristen nicht zu erkunden. Es gibt aber auch so jede Menge zu sehen in Kolumbien.
Erwähnenswert sei vielleicht noch, dass in Kolumbien die weltweit größte Menge an Smaragden gefördert wird. Die Smaragdsucher arbeiten sich immer weiter durch die Wälder. Bedingt durch den Abbau kommt es allerdings zu großen Umweltschäden im Land.
Genauso interessant wie die Landschaft sind die großen und kleinen Kolonialstädte Es macht immer wieder Spaß durch die engen Gassen zu schlendern, auf der Plaza die Menschen oder Verkäufer von allerlei Dingen, die man nicht braucht, zu beobachten.

Menschen
Von Kolumbien haben wir vorab gehört, dass hier die freundlichsten Menschen auf unserer Reise wohnen sollen. Wir haben auch wieder viele, viele freundliche Menschen getroffen und hatten herzliche Begegnungen. Allerdings gerade in Supermärkten oder Restaurants haben wir die Freundlichkeit manchmal vermisst und hatten eher den Eindruck, dass wir gerade stören.

Militär-/Polizeikontrollen
Sowohl Militär als auch Polizei sind sehr präsent in Kolumbien. Mit beiden haben wir jedoch keine negativen Erfahrungen gemacht. Wir wurden zweimal von der Polizei angehalten. Einmal um einen kurzen Plausch zu führen, das andere Mal mussten wir Versicherung und Führerschein vorzeigen. Die Polizisten waren sehr freundlich und zeigten Interesse an Deutschland und unserer Reise.
Militärposten sieht man oftmals an Hauptstraßen oder auch in abgelegenen Gegenden. Von diesen wurden wir stets freundlich mit einem „Daumen hoch“ gegrüßt. Diese Geste rührt noch aus den Zeiten als die Guerilla aktiv war und bedeutet „Es ist alles in Ordnung und die Straße ist sicher.“

Reiseführer, Infomaterial, Karten
Als Reiseführer haben den Lonely Planet Reiseführer „Kolumbien“ genutzt. Unserer Meinung nach ist dieser ausreichend. Die einzelnen Reiseziele sind relativ kurz aufgeführt, geben aber eine gute Übersicht. Weiterführende Informationen haben wir uns im Internet gesucht. Viel haben wir wieder die Berichte von anderen Reisenden genutzt. Dort findet man in der Regel nochmals gute Tipps oder auch bei Gesprächen, wenn man sich unterwegs trifft.
Außerdem hatten wir eine Landkarte Kolumbien von Reise-Know-how. Diese bietet wirklich nur eine grobe Übersicht, da viele Straßen nicht eingezeichnet sind und auch aus der Darstellung der Straßen nicht der tatsächliche Straßenzustand erkennbar ist.
In manchen Städten gibt es eine kleine Touristinformation, wo zum Teil Stadtpläne oder anderes Informationsmaterial erhältlich ist. Die Mitarbeiter geben auch Auskünfte zu Sehenswertem. An den Nationalparks hängt manchmal eine Übersichtskarte aus, an der man sich orientieren kann. Am besten immer mit Abfotografieren für unterwegs.

Reisezeitraum
Wir waren von Mitte Juli bis Ende August in Kolumbien unterwegs und hatten fast immer schönes Wetter. Allerdings in den Bergen gab es auch mal richtige Regenschauer und die letzten Tage im Süden waren etwas feucht und grau.

Sicherheit
Viel haben wir im Vorfeld über Kolumbien gehört und gelesen. Alles klang noch gefährlicher als für Mexiko. So sind wir mit einem gesunden Respekt nach Kolumbien gereist ohne uns die schlimmsten Situationen auszumalen. Und wir können sagen, wir haben uns nie unsicher gefühlt. Von vielen Menschen in Kolumbien wurde uns bestätigt, dass sich die Situation in den letzten Jahren sehr verbessert hat und niemand Angst haben muss durch dieses schöne Land zu reisen. Kleinkriminalität, wie Taschendiebstähle, gibt es hier in den großen Städten genauso wie in anderen großen Städten auf der Welt. Aber diese lassen sich in der Regel vermeiden.

Straßen
Die Straßen in Kolumbien sind sehr unterschiedlich. Es gibt sehr gute Straßen. Für diese bezahlt man aber ordentlich Gebühren. Wir haben auf unserer Reise durch Kolumbien knapp 70 € Maut bezahlt, obwohl wir oft abseits der Hauptstraßen gefahren sind.
Weiterhin gibt es Straßen, die normalerweise auch noch als gut durchgehen würden, für die man ebenfalls bezahlen muss, bei denen man sich aber von einer Baustelle zur nächsten hangelt und viel Zeit mit Warten verbringt. Zum Teil werden Straßen zeitweise ganz gesperrt.
Außerdem gibt es Straßen, die als Verbindungsstraßen dienen, aber in einem sehr schlechten Zustand sind, so dass man kaum schneller als 20 oder 30 km/h fahren kann und somit eine für deutsche Verhältnisse kurze Strecke nur als Tagestour bewältigt werden kann und aufgrund der Schlaglöcher, Steine und sonstiges „Hindernissen“ ziemlich anstrengend ist und so einiges an Nerven kostet.
Dazu kommt noch, dass das ganze Land sehr bergig und kurvenreich ist und sich Unmengen an LKWs auf den Straßen entlang quälen. Diese zu überholen, ist schon ein kleines Kunststück und man begibt sich doch in so manche gefährliche Situation, aber ansonsten kommt man noch weniger voran.
Auch in Kolumbien gibt es das Problem in den Städten zu erkennen, wo eine Einbahnstraße ist, da diese nicht immer gekennzeichnet sind. Aber selbst, wenn eine Einbahnstraße als solche erkennbar ist, kann einem durchaus ein Kolumbianer von der anderen Seite entgegenkommen. Die Fahrweise der Kolumbianer kann man ohnehin nur als lebensmüde bezeichnen und wir sind froh, dass wir in dieser Zeit keinen Unfall hatten. Es wird an jeder (für Kolumbianer) erdenklichen Stelle am Berg vor und in Kurven überholt sowie zwischen Autos hin und her gesprungen. Wir sind mehrmals zusammengezuckt, als bei solchen Überholmanövern wirklich sehr knapp vor dem Gegenverkehr wieder in die Spur gesprungen wurde. Im Straßenverkehr ist von der Freundlichkeit der Kolumbianer wirklich nichts mehr zu merken.

Tanken
Tanken ist in Kolumbien kein Problem. Tankstellen mit Diesel gibt es überall. An manchen wird nur APCM-Diesel, der qualitativ schlechter als „normaler“ Diesel sein soll, angeboten. An anderen Tankstellen ist zumindest Diesel angeschrieben. Diese haben wir auch immer benutzt. Ob da aber wirklich dieser Diesel im Tank war, wissen wir jedoch auch nicht. Insgesamt lag unser Verbrauch in Kolumbien schon höher als in den anderen Ländern aber insgesamt waren hier auch mehr Höhenmeter zu bewältigen.
Beim Tanken darauf achten, dass die Anzeige genullt ist, ansonsten wundert man sich dann über den zu hohen Preis. Bezahlt werden kann direkt an der Zapfsäule. Auf Wunsch erhält man auch eine Rechnung. Wir haben immer bar bezahlt. Der Servicemitarbeiter freut sich über ein kleines Trinkgeld.
Der Preis für Diesel liegt so bei 0,65 €/l.

Toiletten
Öffentliche Toiletten sind meist in einem guten Zustand, aber sehr rar. Auch die Nutzung von Toiletten in Cafés oder Restaurants ist möglich. Die Nutzung erfolgt in der Regel gegen ein kleines Entgelt, welches zwischen 600 und 1.000 COP liegen kann.
In die Toiletten darf nichts hineingeworfen werden, auch kein Toilettenpapier (Verstopfungsgefahr). Dafür stehen entsprechende Behältnisse bereit. Toilettenpapier ist nicht immer vorhanden. Manchmal wird welches von den Reinigungskräften vor den Toiletten verteilt, manchmal befindet es sich zentral im Toilettenraum, aber nicht an der einzelnen Toilette. Also, vorher nachsehen. Sicherer ist es auf jeden Fall, immer etwas Toilettenpapier bei sich zu haben.

Trinkwasser
Im Supermarkt sind ebenfalls die blauen 20 Liter Behältnisse erhältlich. Wir haben unseren Wassertank immer auf den Campingplätzen aufgefüllt.

Übernachtungen
Übernachtet haben wir auf Campingplätzen, an Fincas, Parkplätzen von Restaurants oder Hostels. Wie immer haben wir iOverlander genutzt. Auf den meisten Plätzen haben wir uns sehr wohlgefühlt. Der kursierenden Meinung, dass die Sanitäranlagen nach Süden immer schlechter werden, können wir uns nicht anschließen. Im Gegenteil, wir sind überrascht, dass die Sanitäranlagen meist in einem guten und sauberen Zustand sind. Ausnahmen gibt es natürlich immer.
Duschen waren meist vorhanden, manchmal auch als Außenduschen und oft nur mit kaltem Wasser ausgestattet. Auf den Toiletten ist meist noch Toilettenpapier zu finden, aber es gibt selten Seife oder gar Papierhandtücher, Stromanschlüsse waren nicht immer vorhanden. Waschmaschinen sind auf Campingplätzen ebenfalls rar. Hier bleibt notfalls nur der Gang zu einer öffentlichen Wäscherei oder selber waschen. In Hotels wird manchmal Wäscheservice angeboten.