16.09. bis 23.09.18 – Auf den Galapagos-Inseln

Von Guayaquil kommend, landen wir am Sonntagmittag pünktlich auf der Insel Baltra und unsere kleine Yacht Angelito (16 Passagiere in 8 Kajüten) wartet schon auf uns. Ohne größere Pause geht es zur ersten Besichtigung auf die Insel North Seymour. Bei herrlichem Sonnenwetter, allerdings mit etwas Wind, der uns in den Beibooten zum steinigen Ufer gewaltig schaukeln lässt, betreten wir erstmals die relativ unberührte Natur der Galapagos-Inseln.
Da es hier seit zwei ganzen Jahren nicht mehr geregnet hat, ist die ohnehin schon recht karge Landschaft extrem ausgetrocknet, so sehr, dass sogar die Kakteen schwer ums Überleben kämpfen und teilweise bereits eine vertrocknet wirkende Braunfärbung angenommen haben. Die Land Iguana (Landleguane), die wir auch vom Festland her kennen, sind noch etwas größer, die männlichen um den Kopf herum auffallend dunkelgelb gefärbt und sie fressen aus Verzweiflung über diese Trockenheit die Kakteenblätter, da diese im Innern noch feucht sind. Dazu entfernen sie geschickt die sehr spitzen und stabilen Stachel mit ihren Vorderbeinen.
Seelöwen und ihre Babys wälzen sich gemütlich in der Nachmittagssonne. Sie lassen, genau wie die meisten der Vögel, den Menschen ganz nah an sich heran und stören sich überhaupt nicht an uns. Das hat natürlich seine Gründe. Wir werden darüber „belehrt“ und es wird sehr genau darauf geachtet, dass wir nur auf den engen, naturbelassenen Wegen zu gehen haben und keinesfalls die Tiere in ihrem Lebensraum nur annähernd einschränken. Berühren oder Füttern ist ohnehin streng untersagt. So beachtet man den neugierigen Menschen kaum, da er in diesem Fall nicht zu den natürlichen Feinden gezählt wird. Das strikt durchzusetzen, scheint den Ecuadorianern gut gelungen zu sein. So haben wir die großartige Chance, eines der letzten Tierparadiese auf dieser Erde in seiner Ursprünglichkeit zu sehen.
Maja, unsere Schweizer Reiseführerin, nimmt sich die ganze Woche viel Zeit, um uns die wichtigsten Dinge aus Flora und Fauna zu erläutern. Hauptsprache ist dabei Englisch, da die Mehrheit der 13 Mitreisenden Amerikaner bzw. Australier sind. Aber so geht es. Danke Dir Maja, für die wunderschöne Zeit!
Die Blue-footed Boobies (Blaufußtölpel) sind durch ihre blauen Füße berühmt, die einen schönen Kontrast zum weiß-braunen Federkleid darstellen. Zur Paarsuche werden besonders vom Männchen beim Tanz die auffälligen Füßchen präsentiert, um Aufmerksamkeit zu erregen. Der männliche Great Frigatebird (Großer Fregattvogel) nutzt dafür eine andere Methode: Der dunkle Vogel, der eine Flügelspannweite von fast 2,50 m erreichen kann, blässt zum Balzen eine roten Hautballon unter seinem Kopf auf, um die weißbäuchigen Weibchen, die in der Luft über ihm kreisen, anzulocken. Die Eier müssen 65 Tage bebrütet werden, alle 7 Tage wechseln sich Männchen und Weibchen dabei ab. North Seymour ist eines der vielen Vogelparadiese hier, es gibt weder Hunde, Katzen noch Ratten, die den Tieren das Leben schwer machen könnten. Außer den manche Bodenbereiche bedeckenden Carpet-Red, einer heideähnlichen Pflanze, die in der jetzigen Trockenzeit wie ein roter Teppich erscheint, in der Regenzeit grün blüht, ist die Landschaft von Sand und braunem Gestein geprägt. Die niedrigen Bäume und Büsche erscheinen vertrocknet zu sein, Gräser oder gar Blätter sind sehr spärlich zu sehen.

Am zweiten Tag ankern wir bereits frühmorgens um 06.00 Uhr an der kleinen Insel Chinese Hat, die ihren Namen von ihrer Form eines Chinesenhutes erhalten hat. Auf der Vulkaninsel mit nur wenig Vegetation tummeln sich die neugierigen Seelöwen, die es uns schwer machen, den vorgeschriebenen Abstand von 2 m zu den Tieren einzuhalten oder sie nicht zu berühren. Sie robben nämlich selber an uns heran und beschnüffeln uns. Erstaunlich, aber da sie keine natürlichen Feinde kennen, ist das Verhalten fast aller Tiere hier grundsätzlich anders, als wir das von anderen Teilen der Erde her erfahren haben. So sind die Seelöwenjungen auch nicht gezwungen, schnell selbständig zu werden, sondern sie trinken ein Jahr Milch von ihrer Mutter. Diese hat auch keine Sorge, die Kleinen allein am Strand zurückzulassen und jagen zu gehen, denn mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit droht dem Nachwuchs keine Gefahr. Selbst die Galapagos-Falken lassen uns bis auf die 2 m heran. Sie sitzen auf einem Busch, unter dem eine Seelöwendame gerade ihr Junges geboren hat. Fressen wollen die stolzen Vögel aber nicht das Junge, sondern die Placenta der Seelöwin, auf die sie nach der Geburt warten.
Immer wieder sehenswert sind die roten Klippenkrabben, die das schwarze Ufergestein besiedeln und die hin und wieder ihre komplette Hülle abstreifen und zurücklassen, um sich ein neues, größeres Haus zu bilden. Die dunklen Marine Iguanas (Seeleguane), die auf dem Gestein perfekt getarnt sind und sich in der Sonne aufwärmen, spuken hin und wieder aus den Nasenlöchern in hohem Bogen eine 5%ige Salzlösung aus. Sie nehmen das Salz durch Algen und Uferpflanzen in großer Menge auf und ihre Nieren können nicht alles ausscheiden, so dass die Natur diesen zweiten Weg gefunden hat.
Ein besonderes Highlight sind natürlich die auf den Klippen lebenden weißbäuchigen Galapagos-Pinguine, von denen wir später auch auf Bartolomé einige sehen. Die Galapagos-Inseln sind die nördlichste Stelle der Erde, an dem Pinguine zu finden sind.
Auch unser erster Schnorchelausflug hinterlässt einen bleibenden Eindruck: Gemeinsam mit den eleganten Seelöwen, die um uns herumtollen und so nah Gesicht an unser Gesicht kommen, dass wir ihnen ein Küsschen geben könnten, sehen wir recht große Riffhaie, Seesterne, Bleistift-Seeigel und natürlich eine bunte Fischwelt. Ralfs kleine wasserdichte Kamera ist im Dauereinsatz und wir hoffen, dann zuhause ein paar Unterwasseraufnahmen in unsere Diashows einbinden zu können. Für den Artikel hier versuchen wir, ein paar Unterwasserfotos daraus zu basteln.
Danach geht es weiter zur Insel Bartolomé, die bis auf einige Lava-Kakteen aus unterschiedlich farbigem Vulkangestein besteht, aber auch einige wunderschöne natürliche Sandbuchten aufweist. Wir besteigen sozusagen den Gipfel des Vulkans und haben einen tollen Ausblick auf einige der umgebenden Inseln. Hier auf und um die Insel herum wurde der Film „Master and Commander“ mit Russel Crowe in der Hauptrolle gedreht – eine tolle Kulisse.

Nachts fahren wir durch etwas stürmischere See (Wir können kaum auf Toilette durch das extreme Schaukeln) und ankern wieder früh um 06.00 Uhr in der Darwin Bay an der im Nordosten liegenden Insel Genovesa. Dabei überqueren wir den Äquator von Süden nach Norden. Hier finden wir ein wahres Vogelparadies. Nicht umsonst treffen wir Ornithologen des Max-Planck-Institutes, die ihre Zelte aufgeschlagen haben und wohl so nahe an die Vögel herankommen, wo sonst nirgendwo auf der Welt. Die Vögel sind so zahm gegenüber dem Menschen, dass sie sogar am Wegesrand, den wirklich viele Touristen passieren, ganz gemütlich ihre Eier ausbrüten. Durch die Einhaltung der strengen Regeln für uns und dem unabdingbaren Respektieren des Lebensraumes der Tiere (Wir sind sonst nicht für strenge Regeln, aber hier sind sie absolut essentiell) ist ein sehr enges Nebeneinander zwischen Mensch und Tier möglich und wir sind in der Lage, auch sehr nah an den Tieren zu filmen. Eine völlig neue, aber wunderbare Erfahrung.
Natürlich können wir im Bericht nicht alle Tiere nennen und zeigen, aber wir versuchen eine Auswahl der für uns einprägsamsten zu beschreiben.
So können wir den Red- footed Booby (Rotfußtölpel) mit seinem blauem Schnabel und blauen Augenringen, den Nasca-Booby (Maskentölpel) mit rotem Schnabel, gelber Iris und seinem schwarz maskiertem Gesicht, die Möwenarten Lava Gull (Lavamöwe), gibt es nur auf Galapagos(!), und Swallowtail Gull (Gabelschwanzmöwe) mit ihren roten Augenringen, verschiedene Reiherarten (Crab Heron Krabbenreiher mit braunen Augen und schwarz-weiß gezeichneten Kopf und den grauen Lava Heron – Lavareiher mit seiner charakteristischen gelben Iris) bestens beobachten. Natürlich sehen wir die Tiere später noch auf anderen Inseln.
Zudem finden wir Rochen im flachen Uferwasser, die sich Gott sei Dank nicht so tarnen, dass unsere Füße mit ihren Stacheln Bekanntschaft machen, da wir sie recht gut sehen können.
Der nachfolgende Schnorchelgang an der Felsenküste entlang zeigt dann wieder bei recht guter Sicht die vielfältige Unterwasserwelt der Inselgruppe: Die Yellowtail Surgeonfishes (Gelbschwanz-Doktorfische) mit ihrer auffälligen gelben Schwanzflosse heben sich aufgrund ihrer Färbung noch von den anderen ab, auch Seesterne sind wieder zu sehen. Wir tauchen an den Uferklippen entlang, auf denen sich die Seelöwen sonnen und wo die Steilküste nach wenigen Metern tief abfällt und wir in die Tiefe der Darwin-Bay in die Dunkelheit hinabblicken, hier immerhin 250 m tief.
Nachmittags laufen wir im Nieselregen in ziemlich karger, steiniger Landschaft nochmal durch buntes Vogelleben, sehen (allerdings sehr versteckt) die Short-eared Owl (Sumpfohreule), die sich vor allem von Kleinvögeln ernährt.
Seebären, die außer dem breiteren Gesicht und den größeren Augen und Ohren den Seelöwen sehr ähnlich sind, kommen vor der Dämmerung aus ihren Höhlen an der Felswand und gleiten zum Fischen elegant ins Wasser.

In relativ bewegter See Richtung Südwesten nach Santiago (Wir überqueren erneut den Äquator) können wir bei heftigen Schlingerbewegungen eigentlich nur liegen. Gott sei Dank sind wir wieder abends (Man kann weder in der Kabine noch an Bord ohne Sturzgefahr laufen) und nachts unterwegs und schlafen dann eben etwas früher als sonst. Dafür geht es mit den Beibooten auch schon 06.45 Uhr auf die Insel Santiago.
Hier erwärmen sich Unmengen von Meerleguanen mit hellem Stachelband auf dem Rücken sowie weißen Kopfschuppen auf dem schwarzem Lavagestein, welches einen starken Kontrast zum hellen Korallensand bildet. Sie können bis zu 90 Jahre alt werden.
Die Seebären sind etwas scheuer als die Seelöwen, trotzdem lassen sie uns relativ nah heran. Mit ihren langen Barthaaren können sie Bewegungen der größeren Fische im Wasser auf bis zu 40 m Abstand wahrnehmen.
Nach dem Mittag legen wir dann vor der kleinen Insel Rábida an. Klein und sehr nahe an Santiago, aber wirklich wieder eine völlig andere Landschaft. Relativ grün bewachsen mit rotem, eisenoxidhaltigem Felsen und ebensolchem Sandstrand. Dort tummeln sich die Seelöwen und die Jungtiere spielen übermütig im Wasser. Ein Höhepunkt ist wieder das Schnorcheln an der Steilküste entlang. Insbesondere die neben uns unter Wasser elegant gleitenden, neugierigen Seelöwen sind ein Erlebnis, für das es sich allein schon lohnt, ins recht kühle Wasser zu steigen.

Endlich verbringen wir nun auch mal eine ruhigere (unbeweglichere) Nacht im Hafen Puerto Ayora bei der Insel Santa Cruz. Hier besuchen wir am Vormittag die berühmte Charles Darwin Forschungsstation. Der geniale Artenforscher hatte für seine Studien unter anderen auch die Galapagos-Inseln besucht. Das bekannteste Projekt ist das Zuchtprogramm für die Riesenschildkröten, die streng nach Vorkommen auf den einzelnen Inseln gezüchtet und als jugendliche Schildkröten wieder auf ihre jeweiligen Inseln entlassen werden. Dies wurde notwendig, weil vor allem die Seefahrer die genügsamen Tiere als Nahrungsvorrat gefangen und auf ihren Schiffen mitgeführt haben und so die Populationen in einigen Gegenden bis zur Gefahr des Aussterbens reduzierten.
Die Riesen unterscheiden sich durchaus voneinander, besonders durch die Form ihres Panzers. So haben die Schildkröten derjenigen Gegenden, die kaum Bodenvegetation aufweisen (z.B. auf der Insel Santiago), einen über dem Kopf sattelförmig erhöhten Panzer, damit sie, auf die gestreckten Vorderbeine gestützt, den Kopf weit nach oben zu den Blättern an Büschen und kleinen Bäumen recken können. Hier auf Santa Cruz mit üppiger Bodenvegetation finden wir dann am Nachmittag die für uns „klassisch“ aussehende Schildkröte mit dem vorne bogenförmig geschlossenen Panzer.
Die riesigen Tiere legen erst im Alter von 25 Jahren überhaupt Eier. Hochinteressant ist, ob nun daraus eine männliche oder weibliche Schildkröte entsteht. Das hängt, wie auch bei den Krokodilen, von der Brüttemperatur ab: bei 28,5°C entstehen Weibchen, bei 29,5°C Männchen, aus ein- und demselben genetischen Material! Die Epigenetik (die Charles Darwin noch nicht kannte) macht es möglich. Eine noch sehr junge Wissenschaft, aber sicher eine der revolutionärsten und bedeutendsten Zweige der Medizin und Biologie überhaupt, die uns zeigt, dass wir weitgehend eben nicht von unseren Genen abhängig sind, sondern die Genaktivität durch viele Faktoren steuerbar ist.
Ein absoluter Höhepunkt unserer Galapagos-Tour sind natürlich die riesigen Tiere in freier Natur in einem Gebiet im Westen von Santa Cruz zu erleben, das wir nach etwa einer halben Stunde Busfahrt von Puerto Ayora aus erreichen. Die gemütlichen Riesen grasen in aller Ruhe und lassen sich durch uns kaum stören. Wenn, dann schnaufen sie tief und signalisieren damit, dass wir sie doch bitte nicht beim Gras fressen belästigen sollen. Ansonsten schauen sie auch mal neugierig in die Kamera. Ein einmaliges Erlebnis. Wir dürfen auch in den Original-Panzer einer verstorbenen Schildkröte schlüpfen und das Gewicht am eigenen Leib erleben. Die riesigen Kriechtiere können bis zu 350 kg wiegen, wobei der Panzer und vor allem der beträchtliche Körperfettanteil die Hauptmasse ausmachen.
Der einprägsame Tag wird abgerundet durch einen „Spaziergang“ durch einen 400 m langen Lavatunnel, der vor Tausenden von Jahren durch Lufteinschluss innerhalb der fließenden Magmamassen entstanden ist . Davon gibt es allein auf Santa Cruz mehrere. Meist können wir aufrecht laufen, an einer Stelle ist aber auch ein hindurchrobben auf dem Boden angesagt, da sich die Decke tief absenkt.

In einer mal wieder sehr wackeligen Nachtfahrt geht es dann Richtung Südosten zur südlichsten Insel der Galapagos: Nach Española. Hier erwartet uns am Morgen aquamarinblaues Wasser und ein herrlich langer weißer Sandstrand. Wunderbar ist es, diesen mit sich sorglos räkelnden Seelöwen und deren manchmal erst vor einigen Stunden geborenen Babys zu teilen. Ein wunderbar friedvolles Miteinander. Es zeigt erneut und wir wiederholen das gerne, weil es die größte und bedeutendste Erkenntnis dieses Naturwunders Galapagos für uns ist: Verhält sich der Mensch friedvoll und respektiert den Lebensraum anderer Arten, ist ein enges Miteinander ohne Flucht und Misstrauen möglich. Wünschen wir den Ecuadorianern und uns allen, dass sie diese Oase für die Erde erhalten können.
Auf den schwarzen Lavafelsen am Rand des Strandes wärmen sich Rot-Schwarze Meerleguane, die vom Fressen (Algen) abgekühlt aus dem Meer klettern und als gleichwarme Tiere unabdingbar ihre Temperatur erhöhen müssen. Sie leben in einer Körpertemperaturspanne von 25°C bis 42°C. Auch sie lassen sich von uns nicht stören. Wir haben den Eindruck, dass sie uns bestenfalls gelangweilt zur Kenntnis nehmen.
Am Nachmittag wandern wir dann die felsige Steilküste entlang und erleben ein weiteres Highlight: Den Nist- und Lebensraum der Galapagos-Albatrosse. Die großen Vögel mit dem schwarz-weißen Gefieder, dem ausdrucksvollen Gesicht und dem langen gelben Schnabel wirken wie riesige Möwen. Sie sind ausschließlich auf der Insel Española zu finden und die einzige Art der Albatrosse, die in den Tropen lebt. Hier werden die Eier ausgebrütet und danach wechseln sich die Eltern ab, um über das Meer zu fliegen, an der Küste Perus in fischreicheren Gegenden zu fressen, dann zurückzukehren, um ihr wartendes Junges zu füttern. Dabei verarbeiten sie die Nahrung zu einer öligen Masse, die dem Jungvogel eingeflößt wird. Bis zu zwei Liter sollen es sein. Davon muss das Junge dann etwa 7 Tage leben, bevor das andere Elternteil eintrifft. Albatrosse können bis zu 4 Tagen ununterbrochen fliegen und schlafen sogar in der Luft.
Ein Erlebnis anderer Art sind die Blowholes der Felsenküste. Dort schießt einströmendes Meerwasser hoch in die Luft. Das Ganze erinnert ein klein bisschen an einen Geysir.

In der Nacht vor dem letzten vollständigen Tag unserer Reise geht es wieder Richtung Norden. Zunächst ankern wir an der kleinen Insel Santa Fé. Umgeben von wunderbaren türkisfarbenen Wasser wird die Insel in ihrer Flora bestimmt von den Giant opuntia cactus, den Riesen-Kakteenbäumen, die im Laufe ihres langen Lebens Holzstämme ausbilden und an den Stämmen auch ihre Stacheln verlieren. Durch sie erhält die Landschaft ein exotisches Aussehen. Hier sehen wir bereits auch wieder Landleguane, die meist beige gefärbt sind und durchschnittlich wesentlich größer als die Meerleguane sind. Alle Leguanarten besitzen ein sogenanntes Scheitelbeinauge auf dem Kopf, ein Sensororgan, mit dem sie zusätzlich Bewegungen und Schallwellen wahrnehmen können.
Sehr fischreich ist dann der Schnorchelgang an der Felsenküste der Insel. An anderer Stelle derselben Küste ist das Schnorcheln wegen Haigefahr verboten, aber auch wir sehen einen recht großen, der allerdings sehr schnell flüchtet. An den Riffen wimmelt es aber von farbenfrohen Fischen und die Sicht ist recht gut. Bei allerdings ziemlich kühlem Wasser halten wir es kaum länger als 20 Minuten aus, bevor stärkeres Frieren einsetzt.
Noch beeindruckender von der Landschaft ist zum Abschluss unserer Reise das kleine Inselchen South Plaza, das der Insel Santa Cruz vorgelagert ist. Der Kontrast zwischen blauem Meer, den Carpet-Red-Teppichen am Boden und den Riesen-Kakteenbäumen ergibt ein wunderbares Bild. Auch Landleguane finden sich wieder in großer Zahl. Sie lassen sich vor allem unter den Kakteenbäumen nieder, denn dort finden sie durch herunterfallende Blätter oder Früchte eher Nahrung, als am Boden der sonst relativ trockenen Insel. Auch hier hat es lange nicht mehr ausgiebig geregnet, so dass auch die Kakteen durchaus Mühe haben, zu überleben. Wir wandern bis zur Inselspitze, die von steilen Felsen begrenzt wird, auf denen Seelöwenmännchen eine „Bachelorkolonie“ bilden. Sie leben hier gewissermaßen im Exil für einige Wochen, wenn sie im Kampf gegen andere Männchen ihr Terrain verloren haben oder ihre Verletzungen auskurieren müssen. Ein stiller Platz ohne die vielen Seelöwenfrauen, von denen sie sonst umgeben sind und ohne das Geschrei der Jungtiere.

Ganz früh am Morgen um 05.45 Uhr am Tag unseres Rückfluges nach Guayaquil fahren wir im Norden von Santa Cruz noch für eine Stunde mit den Booten in die Caleta Tortuga negra, der Bucht der schwarzen Schildkröten. Ein Kurzausflug, der sich lohnen sollte, denn wir sehen tatsächlich viele Wasserschildkröten, graue Riffhaie und riesige Rochen. Leider ist das Wasser sehr sedimenthaltig, so dass die Unterwasseraufnahmen am Ende keine besonders gute Qualität haben. Die Schildkröten sind allerdings keinesfalls wirklich schwarz, sondern haben auch braune und weiße Farbelemente. Ein schöner Abschluss einer genialen Woche.

Die Galapagos-Inseln sind ein wahrhaft magischer Ort und wohl eines der letzten weitgehend unberührten Naturparadiese dieser Erde. Wir hoffen und wünschen uns, dass Verantwortliche und Touristen alles tun, um diese wundervoll friedliche Begegnung zwischen Mensch und Tier zu erhalten. Dazu gehört gegenseitiger Respekt und das strikte Einhalten der bestehenden Regeln. Allen, die irgendwann die Zeit und die Möglichkeit finden, Ecuador zu besuchen (was natürlich an sich schon ein Erlebnis ist), können wir einen zumindest kurzen Besuch der Galapagos-Inseln wirklich nur empfehlen.