36 Tage Ecuador – Erfahrungen und Tipps

Autoversicherung
Eine Haftpflichtversicherung ist für Ecuador nicht vorgeschrieben und wir haben auch keine abgeschlossen.

Banken
Es ist durchaus möglich, in Supermärkten, Hotels, an Tankstellen etc. mit Kreditkarte zu bezahlen. Wir haben darauf jedoch verzichtet und alles bar bezahlt. Wir haben ohne Schwierigkeiten die Geldautomaten in Supermärkten und Einkaufscentern genutzt. Wenn wir Glück hatten, konnten wir 300 USD abheben, manchmal aber auch nur 100 oder 200 USD. Es ist jedoch kein Problem mehrmals hintereinander Geld am selben Automaten abzuheben. Zwischen den einzelnen Aktionen am Automaten sollte man sich nicht zu viel Zeit nehmen, ansonsten wird der ganze Vorgang schnell abgebrochen und man muss von vorn starten.
Bei der Produbanco und der Banco Bolivariano mussten wir keine Gebühren bezahlen, z.B. bei der Banco del Pacifico waren Gebühren in Höhe von 3 USD fällig.

Einkaufen/Essen
Auch in Ecuador ist das Angebot an Lebensmitteln meist sehr gut, insbesondere in den Städten, wo es große Supermärkte gibt. Wir waren, wenn möglich, bei Megamaxi, Supermaxi oder Santa Maria einkaufen, Diese Supermärkte gibt es in den größeren Städten. Ansonsten haben auch Aki oder Megatienda ein gutes Angebot. Obst und Gemüse wird oft am Straßenrand oder auf Märkten noch preisgünstiger verkauft. In der Regel kamen wir mit unseren Einkäufen so lange aus bis wir wieder in einer größeren Stadt waren. Lediglich Obst, Gemüse und Getränke haben wir außerhalb dieser Städte in kleinen Geschäften gekauft, die überall vertreten sind. Der Slogan „Primero Ecuador“ wird dahingehend umgesetzt, dass einheimische Produkte relativ preiswert sind, aber importierte Waren sehr teuer. Das gilt nicht nur für Lebensmittel, sondern auch Bekleidung oder Schuhe. Was man in Deutschland bisher nicht geschafft hat, in Ecuador gibt es sie: die Lebensmittelampel auf allen Produkten, versehen mit Angaben zu Zucker, Fett und Salz.
In kleinen Restaurants oder einfachen Imbissen haben wir wieder sehr preiswert gegessen. Die Speisen sind lecker und die Portionen ausreichend. In Restaurants ist manchmal das Trinkgeld bereits in der Rechnung enthalten. Ansonsten scheint das Geben von Trinkgeld nicht so üblich zu sein und wenn wir nur ein paar Cent gegeben haben, war die Freude manchmal wirklich groß, was wir sehr erstaunlich fanden.

Ein- und Ausreise
Informationen zur Ein- und Ausreise findest du hier.

Entfernungen
In Ecuador sind wir 1.929 km gefahren. Da Ecuador ein relativ kleines Land ist, aber über viele sehenswerte Landschaften oder auch Städte verfügt, sind die Entfernungen relativ gering, wenn man sich auf den Hauptrouten bewegt. Die Fahrzeiten sind somit überschaubar und das Land ist sehr gut zu bereisen, auch aufgrund der meist sehr guten bis guten Straßen. Aber auch hier sind wir in jedem Fall nur tagsüber gefahren.

Internet
Bzgl. Internet ist die Situation sehr unterschiedlich. Auf den Übernachtungsplätzen hatten wir meistens gutes oder auch sehr gutes Internet. Manchmal gab es aber auch starke zeitliche Schwankungen. Oft besteht in Restaurants und Cafes die Möglichkeit sich Zugang zum Internet zu verschaffen. Jedoch muss hier das Passwort erfragt werden und die Qualität ist meist nicht so gut. Oder man kauft sich eine SIM-Karte in einem der unzähligen Geschäfte, z.B. von Claro oder Movistar.

Landschaft/Städte
Ecuador ist ein relativ kleines Land, hat aber unheimlich viel zu bieten. Der Norden ist relativ karg, dann geht es weiter über die interessante Straße der Vulkane, mit dem 6.310 m hohen Chimborazo als höchstem Gipfel von Ecuador, und im Süden wird es dann merklich grüner. Ein weiteres Highlight, die Galapagosinseln, liegen am Äquator etwa 1.000 km westlich der ecuadorianischen Küste. Die Landschaft Ecuadors hat sicherlich für jeden etwas zu bieten. Wanderungen in der Umgebung der Vulkane oder einer der vielen Lagunen sind schöne Erlebnisse. Sicherlich lohnt sich auch ein Ausflug ans Meer, um die vorbeiziehenden Wale zu sichten. Wir haben jedoch darauf verzichtet, da wir uns nicht wieder der Hitze aussetzen wollten und lieber die angenehmeren bis kühlen Temperaturen in den Bergen genossen haben.
Der Eintritt der Nationalparks, welche wir besucht haben, war immer frei. Am Eingang gibt es meistens ein kleines Besucherzentrum.
Jeder, der den Galapagosbericht gelesen hat, hat sicherlich unsere Begeisterung für diese Inseln gespürt. Es war für uns ein einmaliges Erlebnis, die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung so nah erleben zu dürfen. Jede der von uns besuchten Inseln hat etwas anderes zu bieten, sowohl von der Vegetation als auch von der Tierwelt.
Städte haben wir nicht allzu viele besucht. Sicherlich sehenswert sind Quito und Cuenca, wobei Quito mit 2.850 m Höhe, die zweithöchstgelegene Hauptstadt der Welt ist (nach La Paz in Bolivien). In Otavalo war für uns lediglich der Markt interessant. Ansonsten hat der Ort nicht viel zu bieten. Obwohl keine großen Sehenswürdigkeiten vorhanden sind, haben wir uns in Alausi sehr wohl gefühlt. In dem Ort geht es relativ ruhig zu und er verströmt eine besondere Atmosphäre.
Besonders genossen haben wir, dass Ecuador ein sehr sauberes Land ist. Wir konnten auch sehen, dass es viele Anstrengungen hinsichtlich Umweltschutz gibt. Dem gegenüber steht, dass Ecuador die höchsten Entwaldungsraten in Südamerika haben soll. Zum größten Teil sind aus diesen Flächen Bananenplantagen geworden.

Menschen
In Ecuador haben wir wieder so freundliche Menschen getroffen wie in Guatemala und El Salvador. Uns schlug eine ganz besondere Herzlichkeit und Gastfreundschaft entgegen. Die meisten hatten ein Lächeln im Gesicht und waren sehr hilfsbereit. Besonders aufgefallen ist uns auch, dass die indigene Bevölkerung viel offener war als in anderen Ländern.

Militär-/Polizeikontrollen
Wir wurden einmal von der Polizei in der Anwesenheit des Militärs zwischen Cuenca und Saraguro kontrolliert. Dabei wurden die Pässe geprüft, wobei der Fahrzeughalter seinen Originalpass vorzeigen musste (Einreisestempel mit genehmigter Aufenthaltsdauer war für die Polizei wichtig), bei dem Mitfahrer war die Kopie ausreichend. Außerdem musste der Fahrzeughalter den Führerschein und die temporäre Einfuhrgenehmigung vorzeigen. Bei beiden Dokumenten waren Kopie ausreichend. Sowohl Polizei als auch Militär waren freundlich und schauten neugierig in unser Auto.
Ansonsten befindet sich kurz vor der Grenze nach Peru noch einen Checkpoint, wo wir unsere Pässe vorzeigen mussten und unsere persönlichen Daten in ein Buch eingetragen wurden.

Reiseführer, Infomaterial, Karten
Als Reiseführer haben den Lonely Planet Reiseführer „Ecuador & Galapagosinseln“ genutzt. Unserer Meinung nach ist dieser ausreichend. Die einzelnen Reiseziele sind relativ kurz aufgeführt, geben aber eine gute Übersicht. Weiterführende Informationen haben wir uns im Internet gesucht. Zum Teil haben wir wieder die Berichte von anderen Reisenden genutzt. Dort findet man in der Regel nochmals gute Tipps oder auch bei Gesprächen, wenn man sich unterwegs trifft.
Außerdem hatten wir eine Landkarte Ecuador von Reise-Know-how. Diese bietet wirklich nur eine grobe Übersicht, da viele Nebenstraßen nicht eingezeichnet sind. Für uns war sie jedoch ausreichend.
In den Nationalparks gibt es manchmal ein kleines Besucherzentrum, wo man sich zumindest ein wenig über den Park informieren kann. Günstiger ist es aber in jedem Fall, sich schon vorher Informationen einzuholen. Für Wanderungen empfehlenswert ist z.B. Wanderführer Rother „Ecuador“. Zu den Beschreibungen gibt es auch noch die zugehörigen Tracks.
In manchen Städten gibt es eine kleine Touristinformation. Diese haben wir jedoch nie in Anspruch genommen.

Reisezeitraum
Wir waren von Ende August bis Anfang Oktober in Ecuador unterwegs und hatten fast immer gutes Wetter. Erst Richtung Grenze gab es schon mal einen Regenschauer.

Sicherheit
Wir haben uns zu keinem Zeitpunkt in Ecuador unsicher gefühlt.

Straßen
Endlich einmal wieder zum größten Teil tolle Straßen. Da macht das Fahren gleich mehr Spaß. Die Hauptstraßen sind asphaltiert und auch viele Nebenstraßen. Wie in Kolumbien ist aber auch in Ecuador manchmal Maut fällig, meist aber nur in Höhe von 1 USD und es gibt bei weitem nicht so viele Mautstellen wie in Kolumbien.
Obwohl uns die Fahrweise der Ecuadorianer eher „normal“ erschien, sind auf manchen Strecken viele Kreuze am Straßenrand zu sehen, was uns dann doch überrascht hat. Im Vergleich zur kolumbianischen Fahrweise, ist es hier relativ entspannt, zumal auch die Straßen relativ leer sind (abgesehen in der Umgebung von größeren Städten). Die Ausnahmen sind wie immer die Bus- und Taxifahrer.

Tanken
Für Fahrzeuge mit großen Tanks macht Tanken in Ecuador wirklich Freude, da Kraftstoff sehr preiswert ist. Für Diesel liegt der Preis bei 1,037 USD/Gallone, das sind ca. 0,24 € pro Liter.  Tankstellen gibt es ausreichend. Wer über den Grenzübergang La Balsa nach Peru fahren und in Zumba seinen Tank noch füllen möchte, sollte darauf eingestellt sein, dass es ggf. nur eine limitierte Menge an Kraftstoff gibt und ein Volltanken nicht möglich ist. Die Lieferungen in diesen Landesteil scheinen nicht so häufig zu sein. Also, lieber frühzeitig volltanken und dann nachtanken.
Beim Tanken darauf achten, dass die Anzeige genullt ist, ansonsten wundert man sich dann über den zu hohen Preis. Bezahlt werden kann direkt an der Zapfsäule. Wir haben immer bar bezahlt und meist ein kleines Trinkgeld gegeben, obwohl das nicht so üblich erschien.

Toiletten
Die öffentlichen Toiletten sind meist in einem guten Zustand, manchmal aber schwer zu finden, insbesondere in Städten. Die Nutzung erfolgt in der Regel gegen ein kleines Entgelt in Höhe von 0,15 bis 0,25 USD. Auch die Nutzung von Toiletten in Cafés oder Restaurants ist möglich.
In die Toiletten darf nichts hineingeworfen werden, auch kein Toilettenpapier (Verstopfungsgefahr). Dafür stehen entsprechende Behältnisse bereit. Toilettenpapier ist nicht immer vorhanden. Manchmal wird welches von den Reinigungskräften vor den Toiletten verteilt, manchmal befindet es sich zentral im Toilettenraum, aber nicht an der einzelnen Toilette. Also, vorher nachsehen. Sicherer ist es auf jeden Fall, immer etwas Toilettenpapier bei sich zu haben.

Trinkwasser
Im Supermarkt sind ebenfalls die blauen 20 Liter Behältnisse erhältlich. Wir haben unseren Wassertank immer auf den Campingplätzen aufgefüllt.

Übernachtungen
Übernachtet haben wir auf Campingplätzen, Plätzen von Fincas, Hostals oder bei Privatpersonen. Vereinzelt haben wir auch wild gecampt. Wie immer haben wir iOverlander genutzt.
Die Plätze sind meistens sehr gut und die Sanitäranlagen sauber. Wir hatten auch wieder öfters die Möglichkeit, eine heiße Dusche genießen zu dürfen.
Auf den Toiletten gibt es jedoch meistens kein Toilettenpapier, aber zumindest Seife. Abgesehen vom Wildcamping waren auf den Plätzen immer Stromanschlüsse vorhanden. Waschmaschinen sind rar. Hier bleibt notfalls nur der Gang zu einer öffentlichen Wäscherei oder selber waschen. Die größten Chancen eine Waschmaschine selber nutzen zu dürfen, sind Plätze, die von Deutschen oder Schweizern betrieben werden.