36 Tage Peru – Erfahrungen und Tipps

Autoversicherung
Wir haben für alle Mercosur-Länder, das sind alle an Argentinien angrenzenden Länder (Chile, Uruguay, Paraguay, Brasilien, Bolivien und einschl. Argentinien), und für Peru eine Haftpflichtversicherung über Claudia und Klaus (info@abgefahren.info), die in Argentinien einen Wohnsitz haben und als Vermittler auftreten, abgeschlossen.
Die Verträge der Haftpflichtversicherung werden grundsätzlich für ein ganzes Jahr ausgestellt. Es ist möglich, in 6-Monatszeiträumen zu bezahlen. Danach wird der Preis für die nächsten 6 Monate aufgrund der Inflation angeglichen und kann beliebig verlängert werden, jedoch jeweils nur für ganze Monate, von einem bis zu 6 Monate.
Der Abschluss der Versicherung erfolgt unkompliziert per E-Mail. Es werden folgende Unterlagen benötigt:
– Scan des Fahrzeugbriefes mit aktueller Anschrift
– Scan des Führerscheins
– Scan des Reisepasses
– 4 digitale Fotos vom Fahrzeug im JPG-Format mit leserlichen montierten Nummernschildern (Front-, Heck- und jede Seitenansicht) jeweils nicht größer als 100 KB.

Außerdem sind im Text zusätzlich detailliert aufzulisten:
Vom Fahrzeughalter:
– Vollständiger Name und Geburtsdatum
– Familienstand: ledig, verheiratet, geschieden oder Witwe/r
– Passnummer
– Nationalität.
Vom Fahrzeug:
– Fahrzeug- und Aufbauart
– Hersteller
– Typ und Ausführung
– Fahrgestellnummer
– Motornummer, falls möglich
– Antriebsart: Diesel oder Benzin
– Tag der ersten Zulassung
– Kennzeichen
– Zulässiges Gesamtgewicht
– Leistung in PS oder KW
sowie Reisebeginn und – ende im Versicherungsbereich.
Für den Neuabschluss der Versicherung werden von Claudia und Klaus 60 € Servicegebühr berechnet. Außerdem muss für den Fahrzeughalter eine Lebensversicherung abgeschlossen werden, was ca. 5 € pro Monat ausmacht.
Die Versicherung kann frühestens 6 Wochen vor Versicherungsbeginn verbindlich abgeschlossen werden.

Banken
Es ist durchaus möglich, in Supermärkten, Hotels, an Tankstellen etc. mit Kreditkarte zu bezahlen. Wir haben darauf jedoch weitgehend verzichtet und bar bezahlt. Wir haben meistens die Geldautomaten in den Banken genutzt. Bei der BCP konnten wir 700 Soles ohne Gebühren abheben, bei der Banco de la Nacion nur 400 Soles, aber ebenfalls ohne Gebühren. Bei der BBVA und der Interbank haben wir jeweils nur 400 Soles erhalten und mussten Gebühren in Höhe von 18 Soles bezahlen. Es ist also besser, möglichst die beiden erstgenannten Banken aufzusuchen. Auch in Peru ist es kein Problem mehrmals hintereinander Geld am selben Automaten abzuheben.
Zwischen den einzelnen Aktionen am Automaten sollte man sich nicht zu viel Zeit nehmen, ansonsten wird der ganze Vorgang schnell abgebrochen und man muss von vorn starten.
Noch eine Anmerkung zur Barzahlung. Wir hatten oftmals Schwierigkeiten in kleinen Geschäften, auf Übernachtungsplätzen oder in Restaurants mit 100 Soles-Scheinen zu bezahlen. Eigentlich ist das kein hoher Betrag (ca. 26 €), aber irgendwie hat man sich meist schwergetan, diese Scheine zu wechseln. In den größeren Supermärkten gibt es aber damit keine Probleme.

Einkaufen/Essen
Das Angebot an Lebensmitteln ist unterschiedlich. In den größeren Städten gibt es meist Plaza Vea mit einem sehr guten Angebot. Dort waren wir auch meistens einkaufen. Wenn es sich angeboten hat, haben wir auch gleich noch das Mittagsangebot genutzt. Es gibt Buffet und das Essen schmeckt sehr gut. Ein weiterer Anbieter ist Trujillo. Wir haben den in Caraz aufgesucht und allerdings kaum etwas an vernünftigen Lebensmitteln gefunden. Es gab mehr Haushalts- und Kosmetikartikel sowie Alkohol. Eine weitere Möglichkeit besteht, bei Tottus einzukaufen. Das Angebot ist aber auch eher mäßig.
Kleine Geschäfte gibt es in fast jedem Ort, aber das Angebot an Lebensmitteln ist nicht sehr groß. Obst und Gemüse haben wir öfters auf den Märkten gekauft. Es hat meist gute Qualität und ist preiswert. Teuer sind auch in Peru die importierten Waren.
Essen kann man an jeder Ecke wieder in kleinen Restaurants oder Comedoren und das ebenfalls preiswert.

Ein- und Ausreise
Informationen zur Ein- und Ausreise findest du hier.

Entfernungen
In Peru sind wir 4.565 km gefahren. Wir waren oft mehrere Stunden unterwegs, auch wenn die Entfernungen nicht wirklich groß waren. Aber Straßenzustand und Baustellen haben keine zügige Fahrt zugelassen (mehr dazu unter Straßen). Außerdem gibt es unheimlich viele Berge und Kurven, so dass auch deshalb langsamer gefahren werden muss. Morgens war oftmals somit nicht klar, wo wir am Abend tatsächlich übernachten werden.

Internet
Die Internetverbindungen waren oftmals recht schlecht. Auf den Campingplätzen ist die Qualität der Verbindung sehr unterschiedlich. Wenn wir am Blog arbeiten wollten, hatten wir meistens Pech. Je nach Region besteht in Restaurants und Cafés die Möglichkeit sich Zugang zum Internet zu verschaffen. Jedoch muss hier meist das Passwort erfragt werden. Oder man kauft sich eine SIM-Karte, z.B. von Claro, Movistar oder Bitel.

Landschaft/Städte
Peru ist landschaftlich ein sehr abwechslungsreiches Land. Allerdings gibt es auch hier das Problem mit der Müllentsorgung. Zum Teil ist unheimlich viel Müll links und rechts der Straße, meist vor bzw. nach den Ortschaften, zu finden. Im Norden ist die Situation schlimmer als im Süden, der touristischer ist. Die Dörfer sind sehr ärmlich. Die Menschen leben in Staub und Schlamm. Die Häuser sind meist einfache Lehmhäuser, meist nicht zu Ende gebaut.
Landschaftlich gesehen, ist wieder für jeden etwas dabei: Strände, Wüste, Berge. Die spektakulären Anden ziehen sich durch das ganze Land von Norden nach Süden. Nur 100 km im Landesinneren erreichen sie Höhen von über 6.000 m. Sie befinden sich zwar in den Tropen, sind aber in 5.000 m Höhe von Gletschern bedeckt. Und selbst im Hochland zwischen 3.000 und 4.000 m wird Landwirtschaft betrieben. Kommt man dann in die Wüste, kann der Kontrast nicht krasser sein. Aber z.B. im Paracas Nationalpark macht es wirklich Spaß durch die Landschaft zu fahren und sie auch zu Fuß zu erleben.
Beim Besuch von Nationalparks sind Eintrittsgebühren fällig. Für ausländische Besucher gibt es wiederum andere Preise als für Einheimische. Das gilt auch für den Besuch von archäologischen Stätten.
Als wir das 3. Mal in den Nationalpark Huascaran hinein gefahren sind, haben wir dann gesehen, dass wir eine Mehrtageskarte hätten kaufen können. Das ist uns an den anderen Eingängen nicht aufgefallen und wir wurden auch nicht darauf hingewiesen.
Die Städte in Peru fanden wir nicht so sehenswert mit Ausnahme von Cusco. Es gibt sicherlich auch noch einige andere, die man sich ggf. ansehen kann (z.B. Arequipa und Lima, haben wir aber nicht besucht). Aber in der Regel sind die Städte laut, staubig, mit vielen „halbfertigen“ Häusern und ohne sehenswerte Gebäude. Dennoch ist es auch interessant, diesen Kontrast zu erleben.
Nicht zu vergessen sind aber die Inkastätten in Peru. Machu Picchu war für uns das Highlight. Auch wenn viele Weltenbummler diese Stätte aufgrund des starken Tourismus und der aufgrund der Höhe nicht zu verachtenden Ausgaben meiden, sind wir froh, diesen Ausflug unternommen zu haben.

Menschen
Mit den Menschen in Peru sind wir nicht so richtig warm geworden, vor allem im Norden des Landes. Dort waren sie sehr zurückhaltend, fast auch schüchtern. Im Süden des Landes, der touristischer ist, waren die Menschen um ein Vielfaches freundlicher und offener.
Jedoch im Straßenverkehr ist von Freundlichkeit dann wirklich nichts mehr zu spüren. Rücksichtsloses Fahren ist an der Tagesordnung. Wir haben hier die schlimmste Fahrweise auf der bisherigen Reise erlebt und da ist man auch kein bisschen rücksichtsvoller, wenn ein Ausländer in der Gegend herumirrt. In Huanco sind wir fast in eine Einbahnstraße hinein gefahren und waren plötzlich umringt von Tuk-Tuks und Autos. Keiner hat Platz gemacht, damit wir zurückfahren konnten, sondern alle haben wild gehupt und sind um uns herumgefahren. Die Bedeutung des Hupens haben wir ohnehin im ganzen Land nicht deuten können. Es kann sowohl als ein Zeichen des Grußes, des Dankes, der Warnung vor einer Gefahr oder auch der Wut gelten.
Es gab auch oft Situationen, die wir nicht richtig zu deuten wussten. In einem Hostal hat man uns beim Bezahlen einen Rechnungsblock gegeben und wir durften alle Speisen und Getränke selbst aufschreiben sowie ausrechnen, was wir bezahlen mussten. Wir haben uns dann zusammengereimt, dass die Bedienung vielleicht Analphabet war, obwohl wir uns das auch nicht so richtig vorstellen konnten.
Ein anderes Mal wollten wir in einem Supermarkt Kaffee kaufen. Der Kassierer wusste nicht den Preis, alle anderen ringsherum auch nicht. Das Ende vom Lied war, wir konnten den Kaffee nicht kaufen, weil sich niemand bemüht hat, den Preis in Erfahrung zu bringen. Und so ließe sich das noch mit einigen Beispielen fortführen.

Militär-/Polizeikontrollen
Zum Teil gab es auf den Straßen Polizeikontrollen. Uns hat jedoch niemand angehalten und kontrolliert.

Reiseführer, Infomaterial, Karten
Als Reiseführer haben den Lonely Planet Reiseführer „Peru“ genutzt. Unserer Meinung nach ist dieser ausreichend. Die einzelnen Reiseziele sind relativ kurz aufgeführt, geben aber eine gute Übersicht. Allerdings werden manchmal Beschreibungen und Superlative verwendet, die wir nicht so recht nachvollziehen können. Vielleicht liegt es daran, dass wir inzwischen so viel gesehen haben oder es ist einfach doch übertrieben dargestellt. Weiterführende Informationen haben wir uns im Internet gesucht. Viel haben wir wieder die Berichte von anderen Reisenden genutzt. Dort findet man in der Regel nochmals gute Tipps oder auch bei Gesprächen, wenn man sich unterwegs trifft.
Außerdem hatten wir eine Landkarte Peru von Reise-Know-how. Diese bietet wirklich nur eine grobe Übersicht, da viele Straßen nicht eingezeichnet sind und auch aus der Darstellung der Straßen nicht der tatsächliche Straßenzustand erkennbar ist.
In manchen Städten gibt es eine kleine Touristinformation. Diese haben wir jedoch nicht genutzt. In Nationalparks gibt es manchmal eine Übersichtskarte. Die Mitarbeiter schienen uns oftmals nicht so motiviert, etwas zu erklären.

Reisezeitraum
Wir waren von Anfang Oktober bis Anfang November in Peru unterwegs. Wettertechnisch haben wir von Sonne über Regen bis Schnee je nach Region so alles erlebt. Meistens war das Wetter aber recht schön.

Sicherheit
Auch vor Peru hat man uns vorab gewarnt. Wir haben uns jedoch nie unsicher gefühlt. Sofern man sich an die gängigen Vorsichtsmaßnahmen hält, ist das Risiko, dass etwas passiert gering. In iOverlander gibt es an manchen Stellen Warnhinweise (z.B. Korruption). Diese haben wir vorab gelesen, aber es gab dann glücklicherweise keine Zwischenfälle.

Straßen
Wir haben es schon angedeutet, die Straßen in Perus sind zum Teil wirklich sehr schlecht. Es gibt wenige gute Straßen. Der Zustand der Straßen ist aufgrund deren Nummer nicht erkennbar. Die Straße mit der Nummer „3N“ ist z.T. asphaltiert und z.T. nicht, dafür aber auch noch mit großen Schlaglöchern versehen. Durch Orte in den Bergen führen meistens nur Schlammpisten. Die Straßen sind oft sehr kurvenreich und durch das Auf und Ab in den Bergen muss man unbedingt mit längeren Fahrzeiten rechnen. Sich mit 30 km/h fortzubewegen, ist keine Seltenheit. Es gibt Unmengen an Topes, oftmals an Stellen, an denen überhaupt keine Notwendigkeit besteht. Auch diese verlängern nochmals die Fahrzeiten, abgesehen von den Schäden, die verursacht werden, wenn man sie übersieht.
Eine weitere Gefahr ist die Fahrweise der Peruaner. Entweder sie fahren mit hohem Risiko, überholen an jeder, ihrer Meinung nach möglichen, Stelle oder sie kommen gar nicht voran. An den Straßenrändern stehen unheimlich viele Kreuze, zum Teil ist zu sehen, dass auch Passanten einiger Busse zu den Opfern zählen.
Auf manchen Straßen sind Mautgebühren zu zahlen. Diese sind jedoch nicht allzu hoch.

Tanken
Tanken ist in Peru kein Problem. Tankstellen mit Diesel gibt es überall. Bei längeren Strecken über die Berge sollte man sicherheitshalber vorher trotzdem volltanken.
Beim Tanken darauf achten, dass die Anzeige genullt ist, ansonsten wundert man sich dann über den zu hohen Preis. Bezahlt werden kann direkt an der Zapfsäule. Auf Wunsch erhält man auch eine Rechnung. Wir haben immer bar bezahlt.
Der Preis für Diesel liegt so zwischen 0,84 €/l und 0,90 €/l.

Toiletten
Öffentliche Toiletten sind meist in einem guten Zustand, aber sehr rar. Auch die Nutzung von Toiletten in Cafés oder Restaurants ist möglich. Die Nutzung erfolgt in der Regel gegen ein kleines Entgelt, welches so bis zu 2 Soles betragen kann.
In die Toiletten darf nichts hineingeworfen werden, auch kein Toilettenpapier (Verstopfungsgefahr). Dafür stehen entsprechende Behältnisse bereit. Toilettenpapier ist nicht immer vorhanden. Manchmal wird welches von den Reinigungskräften vor den Toiletten verteilt, manchmal befindet es sich zentral im Toilettenraum, aber nicht an der einzelnen Toilette. Also, vorher nachsehen. Sicherer ist es auf jeden Fall, immer etwas Toilettenpapier bei sich zu haben.

Trinkwasser
Im Supermarkt sind ebenfalls die blauen 20 Liter Behältnisse erhältlich. Wir haben unseren Wassertank immer auf den Campingplätzen aufgefüllt.

Übernachtungen
Übernachtet haben wir auf Campingplätzen, in und an Hotels, Parkplätzen von Restaurants Hostels und Sehenswürdigkeiten. Einige wenige Male haben wir auch wieder wild gecampt. Wie immer haben wir iOverlander genutzt. Auf den meisten Plätzen haben wir uns sehr wohlgefühlt.
Duschen waren meist vorhanden. Es gab sogar öfters wieder eine heiße Dusche. Warmes Wasser ist aber nicht unbedingt ganztägig verfügbar, manchmal nur ein paar Stunden. Auf den Toiletten war meistens kein Toilettenpapier vorhanden, auch Seife oder gar Papierhandtücher sind selten, Stromanschlüsse gab es ebenfalls nicht immer. Waschmaschinen sind auf Campingplätzen selten. Hier bleibt notfalls nur der Gang zu einer öffentlichen Wäscherei oder selber waschen. In Hotels und Hostels wird manchmal Wäscheservice angeboten.