19.11. bis 04.12.18 Chile/Argentinien 1, Atacamawüste und chilenische Pazifikküste

Kurz vorweg: Auf dem weiteren Weg nach Süden werden wir einige Mal zwischen Chile und Argentinien hin und her fahren, um eine Auswahl der vermeintlich sehenswertesten Stellen beider Länder am Effektivsten zu erreichen. Daher erscheint es sinnvoll, beide Länder zu einem Gesamtpaket von mehreren Berichten zusammenzufassen, auch wenn wir mal in dem einen, mal in dem anderen Land etwas mehr Zeit verbringen.

Nach der Lagunenroute durch die bolivianische Wüste im Südwesten, erreichen wir die Gegenseite in Chile, die Atacamawüste über Grenzübergang Hito-Cajón. Sowohl die Abmeldung des Autos und die Ausreise auf bolivianischer Seite als auch die Einreise und Anmeldung des Autos auf chilenischer Seite gehen sehr zügig vonstatten. Die Chilenen ziehen einfach nur den Reisepass durch den elektronischen Detektor, haben dann alle Angaben im System und eine Minute später ist bereits die Touristenkarte gedruckt. So soll es sein und nur so macht es Sinn. Auch die Anmeldung des Autos ist superleicht. Auf der temporären Einfuhrgenehmigung werden einfach die Automarke und das Kennzeichen vermerkt sowie die maximale Aufenthaltsdauer von 90 Tagen. Das dauert keine 5 Minuten. So unbürokratisch haben wir das auf der ganzen Reise noch nicht erlebt. Alle chilenischen Beamten wirken sehr nett und kompetent. Allerdings steigt erstmalig ein, wenn auch äußerst freundlicher, Beamter hinten ins Auto und kontrolliert zunächst den Kühlschrank. Verboten sind nämlich Obst und Gemüse sowie unverpackte Fleisch- und Wurstwaren, Tiere etc. So wird unser restliches Gemüse (Zwiebel, Möhre und Tomate) konfisziert, was wir bewusst in Kauf genommen haben. Es ist besser, sie finden etwas. Gar nichts zu deklarieren, ist immer verdächtig und wenn dann strenger gesucht und doch etwas gefunden wird, ist eine Strafe fällig. Annett hat noch vier gekochte Eier extra in ihrer Jackentasche (der rechte Ort für die Aufbewahrung von Eiern), prompt sieht der Beamte genau in diese und fördert die Eier zutage. Als wir ihm dann etwas verlegen erklären, dass sie gekocht sind und noch vom Mittagspicknick stammen, müssen wir alle drei lachen und wir dürfen sie behalten. Rohe Eier wären entsprechend verboten gewesen. Auch in den Motorraum schaut der nette Herr und mahnt uns mit einem Augenzwinkern, dass wir unser Maskottchen hinter der Windschutzscheibe, Herrn Fuchs, nicht als Tier deklariert hätten. Er heißt uns herzlich in Chile willkommen und wir dürfen weiterfahren. Ein recht herzlicher Auftakt. Zudem finden wir kurz hinter der Grenze einen schönen, sehr einsamen und ruhigen Stellplatz in der staubtrockenen Atacama, etwas abseits der Straße auf 3.500 m. Hier ist es weniger windig und nachts auch nicht mehr ganz so kalt.
Wir bleiben drei Tage auf einem recht schönen Stellplatz in San Pedro de Atacama und treffen hier wieder auf Michaela und Günter aus Österreich. Danke Euch Beiden für die immer wieder netten Plauderstündchen. San Pedro ist nur ein kleines Örtchen, welches die vielen Touristen aus aller Welt, die einfallen (in der Regel Pauschalreisende, aber nicht nur), kaum bewältigen kann. Von hier aus starten nämlich die Touren nach Bolivien (Lagunenroute und Salar), aber natürlich auch u.a. an die Lagunen auf chilenischer Seite und zum Valle de la Luna.
Nachdem wir die Anstrengungen von Bolivien etwas abgeschüttelt, die Internetarbeit aufgeholt und uns etwas regeneriert haben, schauen wir uns mit Herrn Fuchs Letzteres an einem vollen Nachmittag bis zum Sonnenuntergang relativ ausgiebig an. Das Valle de la Luna gehört zum Reserva Nacional Los Flamencos und bildet das nördliche Ende der Cordillera de la Sal. Der Name klingt nach Salz und tatsächlich finden sich viele große Salzkristalle in einer Vielzahl der wie riesige Sandkleckerburgen anmutenden Felswände. Das Valle ist nach den mondähnlichen Felsenformationen und Landschaftsformen benannt und bietet uns einen sehr sehenswerten Ausschnitt der Atacamawüste: Riesige Dünen wechseln sich mit großen und kleineren Gesteinsformationen ab, das Abendlicht bringt später die entsprechende Stimmung. Allerdings darf man sich nicht nur mit dem Anfahren der Aussichtspunkte begnügen, sondern muss tatsächlich auch an mehreren Stellen Dünen und Felsen besteigen, um einen Überblick über diesen Teil der Wüste und die Vulkanketten am Horizont zu bekommen.
Der Vollmond leuchtet uns nach 20.00 Uhr zu unserem relativ einsamen Stellplatz in der Wüste nahe dem Eingang zum Valle und begleitet uns durch eine wieder recht kühle Nacht (4°C).

Am nächsten Morgen geht es früh los, zunächst die 100 km nach Calama zum Einkaufen. Der dortige Jumbo-Supermarkt hat ein sagenhaftes Angebot, eigentlich deutlich breiter als in den meisten deutschen Supermärkten und lässt so fast keinen Wunsch offen. Allerdings sind natürlich gerade die Importwaren (viele auch aus Deutschland) ziemlich teuer und daher können wir nicht unbegrenzt in den Korb legen. Aber wir bekommen beispielsweise mal wieder guten Hering in der Dose und auch die Auswahl bezahlbarer dunkler Schokolade ist recht groß. Für Annett fällt auch noch ein Päckchen Pfefferkuchen ab. Das Preisniveau ist bis auf die teureren Importe mit dem deutschen so etwa vergleichbar. Die Chilenen haben eine recht hohe Inflation, der Umrechnungsfaktor des Chilenischen Peso zum Dollar ist etwa 1:700, so dass die Rechnerei wieder ziemlich anstrengend ist.
Leider wird es nichts mit unserem Ausflug zur Kupfermine nach Chuquicamata. Wir konnten zwei Tage vorher bereits für den heutigen Freitag nicht mehr reservieren, stehen aber auf der Warteliste für den einen Bus, der täglich zur Mine fährt. Der Warteraum ist dann allerdings mit Leuten auf der Warteliste voll, so dass wir an diesem Tag keine Chance haben.
Nicht so schlimm, wir machen uns auf Richtung Westküste und stoppen an der Geisterstadt Chacabuco, unmittelbar an der CH25. Ein ausgesprochen freundlicher „Wächter“ der zwischen 1922 und 1924 errichteten Stadt begrüßt uns und für je 2.000 Pesos (3 Dollar) erhalten wir eine schön ausgearbeitet Broschüre auf Deutsch (!) mit der Geschichte und einem Lageplan des Ortes.
Bis 1938 wurde hier, wie auch an einigen anderen Standorten in der Atacama, Salpeter abgebaut (nach der Entwicklung des künstlichen Nitrats wurde dieser nicht mehr benötigt) und vor allem über den Hafen in Antofagasta exportiert. Für 5.000 Menschen wurde so eine kleine Stadt errichtet, die alles Notwendige vorweisen konnte: Plaza, Kirche, Theater, Hotel, Schule, Kaufhalle, Schwimmhalle, Fußballfelder etc. Natürlich ist vieles inzwischen verfallen, aber zwischen den fast gespenstisch einsamen Häusern (wir sind an diesem Nachmittag die einzigen Gäste) und den abgewrackten ehemaligen Produktionshallen können wir mit ein bisschen Fantasie noch das damalige Leben spüren. Zwischen 1973 und 1974 wurden Teile der Behausungen nach dem Militärputsch noch als Lager für politische Gefangene genutzt. Heute ist das Ministerium für Nationale Güter Eigentümer der Stadt. Es wird seither mehr oder weniger versucht, durch Restaurierungsarbeiten das Nationaldenkmal Chacabuco wieder etwas mehr zu beleben – gewisse Erfolge sind zumindest an der Plaza und am Theater zu erkennen, aber es fehlt wohl das Geld für weitergehende Projekte.
Da man, wie wir, direkt an der „Stadtmauer“ auch gleich noch recht gut frei campen kann, ist ein Besuch für Overlander allemal empfehlenswert.

Auf der autobahnähnlich ausgebauten Strecke Richtung Küste passieren wir den Mano del Desierto, eine riesige Granithand in der Wüste, die 1992 vom Bildhauer Mario Irarrazaval geschaffen wurde. Ein Foto hier lohnt den Stopp, allein die Idee für so ein Kunstwerk in dieser Einöde ist schon etwas bizarr, aber irgendwie auch etwas Besonderes.
Trotz der relativ vielen Trucks, die sich auf der Weite der Strecke auch etwas verlieren, kommen wir auf der Richtung Horizont endlos wirkenden Straße schnell voran und 500 km sind dann fix gefahren. Unser erster Stellplatz am chilenischen Pazifik liegt im Parque Nacional Pan de Azúcar. Den Namen erhält der Park durch die gleichnamige vorgelagerte Insel, die eben ein wenig wie ein Zuckerhut aussieht und auf der, wie auf anderen Inseln vor der Küste auch, Humboldtpinguine leben. Endlich mal wieder feuchte Meeresluft für unsere von der tagelangen Trockenheit der Wüste etwas mitgenommenen Schleimhäute. Wir haben wolkiges Wetter, dadurch ist es tagsüber kaum über 20°-25°C warm und nachts mit 12°-15°C Grad angenehm.
Wir campen direkt am Strand an einer der schmalen Buchten, der in Ufernähe feinsandige Strand wird durch viele kleine Felsen unterbrochen. Am nächsten Tag starten wir nach längerer Zeit mal wieder zu einer größeren Wanderung: hin und zurück insgesamt 20 km geht es zu einem höhergelegenen Aussichtspunkt, von dem aus Zuckerhut und Küste gut zu sehen sind bzw. wären, wenn nicht die Wolken sehr tief hängen würden. Aber egal, das Laufen bei höherer Luftfeuchtigkeit tut unheimlich gut und wir wandern durch Kakteenfelder (die bei der Feuchtigkeit erstaunlich trocken wirken) und sehen einige Patagonische Füchse.
Unser erster Eindruck zur Infrastruktur: bisher tolle Straßen (wenn auch mautpflichtig, die einzelnen Stationen moderat im Preis, aber es summiert sich schon ganz schön über die vielen Kilometer), recht gepflegte Campingplätze – in der Weite der Wüste häufig auch freies, einsames Stehen unproblematisch, Gaststätten mit deutlich höheren Preisniveau als bisher in Mittel- und Südamerika, die Qualität ist aber durchschnittlich auch auf etwas höherem Level. Die meisten Menschen wirken recht locker und sind sehr zuvorkommend und freundlich. Viele winken und grüßen spontan, auch mal aus dem Auto heraus. Wir fühlen uns vom ersten Augenblick an willkommen, was nicht in jedem Land sogleich der Fall war. Natürlich liegt das immer mit an den ersten Begegnungen und unterliegt manchmal auch dem Zufall. Aber meist wurde bisher der erste Eindruck bestätigt. Schauen wir mal.

Auch weiter südwärts nach La Serena sind es wieder über 500 km, man spürt die Weite, oder besser gesagt, die Länge dieses Landes. Die exzellenten Straßen erlauben aber eine flinke Fahrt. Weil wir für Herrn Fuchs neue Reifen benötigen (die jetzigen würden vielleicht noch 10.000 km machen, es ist aber sehr reell zu befürchten, dass wir südlich von Santiago zumindest unsere Reifensorte nicht mehr ohne Weiteres bekommen), ist unser eigentliches Ziel der von anderen Overlandern empfohlene Reifenservice in Coquimbo. Dort bestellen wir diese zunächst (Es war zu erwarten, dass sie unsere speziellen Offroadreifen nicht auf Lager haben, diese sollen nun aus dem Lager in Santiago kommen) und campen dann in der Nähe am Strand zwischen Coquimbo und Serena auf einem wirklich perfekt organisierten Campingplatz. Es ist das erste Mal auf der ganzen Reise, dass wir auf einem Stellplatz ein eigenes abschließbares Bad mit Toilette und Dusche bekommen.
La Serena ist Chiles zweitälteste Stadt, recht hübsch direkt am Pazifik gelegen und von uns in 10 Minuten mit dem Bus erreichbar. Zwischen den beiden Städtchen liegen schöne Sandbuchten, wobei man wegen der Strömungen nicht überall baden sollte. Dementsprechende Hinweisschilder sind an den Stränden aufgestellt.
Die relativ verkehrsberuhigte Innenstadt bietet ein paar schöne Flaniermeilen, wenige recht sehenswerte Fassaden und insgesamt 29 Kirchen. Architektonisch ist sie sicher kein Muss, aber wir können einen Vormittag lang recht gut schlendern. Große Supermärkte wie Jumbo (mit exzellentem Angebot) oder der Walmart-Ableger Lider, aber auch viele kleine Geschäfte in der Stadt bieten zudem bei Bedarf gute Einkaufsmöglichkeiten. Auffällig ist die Sauberkeit auf allen Straßen und Plätzen, das ist mindestens deutsches Niveau. Einige Obdachlose liegen unter Decken auf dem Gras der allgegenwärtigen Plazas und natürlich wird auch am Straßenrand sitzend gebettelt. Das durchschnittliche materielle Lebensniveau erscheint aber dennoch (vom äußeren Erscheinungsbild der Leute, der Wohnsiedlungen, welche teilweise fast amerikanisch wirken, der Autos etc.) deutlich höher zu sein als noch in Peru oder Bolivien, sicher auch im Vergleich zu Kolumbien und Ecuador. Dieser Eindruck muss sich natürlich erst noch festigen.
Herr Fuchs bekommt seine neuen Reifen, die gerade zum Abholtermin pünktlich aus Santiago eintreffen. Immerhin gibt es sie, wenn auch ein ganzes Stück teurer als in Deutschland. Dafür ist die Montage in den Kosten enthalten und der Chef und alle Mitarbeiter in der Werkstatt extrem freundlich, zuvorkommend und kompetent.

Weitere 400 km südlich campen wir relativ weit nordöstlich außerhalb von Valparaiso. Berichte anderer Overlander warnen aus eigener Erfahrung in den letzten drei Jahren vor Reifenstechern in Valparaiso selber, und zwar nicht nur auf Parkplätzen, sondern auch mal eben im Vorbeigehen an der roten Ampel. Wir sind da sicher bisher nicht übermäßig ängstlich, aber bei ganz neuen Reifen und wenn von mehreren Reisenden berichtet wird, wollen wir es nicht austesten.
Sicher einer der berühmtesten Menschen, die je in Valparaiso gelebt haben, der Dichter Pablo Neruda (Literaturnobelpreis 1971) schreibt über die Stadt: „…du kämmst nicht dein Haar, hattest nie Zeit dich anzukleiden…“ Annett hat es nach unserer Tour durch die Stadt etwas weniger poetisch, aber ebenso treffend ausgedrückt: „ Viel Müll, sehr viel Hundesch…, teilweise sehr schön gemalte Straßenkunst….aber nix, was einen vom Hocker haut.“ Sie hat sich in Verbindung mit dem Namen die Stadt wohl idyllischer vorgestellt.
Aber der Reihe nach: Mit dem Bus machen wir zunächst einen Stopp in Viña del Mar, das direkt an Valparaiso grenzt. Dort gibt es eine CONAF, die Behörde, die die Pässe für die chilenischen Nationalparks verkauft. Leider erfahren wir, dass der Jahrespass nicht mehr existiert. Man hat ihn von offizieller Seite einfach gestrichen. Dafür gibt es einen 5-Jahrespass, der sich für uns wahrscheinlich nicht lohnt. Vergebliche Mühe. Dafür gibt es in der Nähe wenigstens eine gute Metroverbindung ins Zentrum von Valparaiso. Die Geschichte dieser Stadt ist wie so oft geprägt von den Spaniern, die den Hafen als Verladeort für das heißgeliebte Gold Richtung Europa benutzten. Auch der allgegenwärtige englische Starpirat Sir Francis Drake brandschatzte die Stadt mehrmals auf der Suche nach dem gelben Metall. Ein Erdbeben 1906 zerstörte die Mehrzahl der Gebäude. Heute ist sie, seit 2003 immerhin Kulturhauptstadt, wieder Anlaufpunkt für Kreuzfahrtschiffe und Sitz des chilenischen Kongresses. Eine Vielzahl von Cerros (Hügeln) hat die Stadt berühmt gemacht, die man über steile Straßen und Gassen und einige auch mit Ascensores (uralte, teilweise aber stillgelegte Aufzüge aus den Jahren 1883 bis 1916,) erreichen kann. Sehr hübsch ist der Cerro Concepción gegenüber dem Containerhafen, auf dem wir viele gut erhaltene traditionelle Häuser mit bunt bemalten Stein- oder Wellblechfassaden finden und der einen ganz guten Ausblick auf benachbarte Stadtteile und den Hafen bietet. Die Themen der Wandmalereien reichen von üppigen Frauenbildern, Tiermotiven, bis hin zu politisch motivierten Graffitis. Dazwischen und leider auch manchmal darüber undefinierbare Kritzeleien, die an manche der unsäglichen „Sprühdosenkunstwerke“ in deutschen Großstädten erinnern.
Wenn sich dann in den engen Gassen auch noch die Müllecken häufen, die Häuser zunehmend Ruinen gleichen und der Gestank zunimmt, spürt man den zunehmenden Verfall mancher Bezirke. Erwähnt werden soll noch der Cerro Bellavista, da hier auch das ehemalige Haus Pablo Nerudas sehr weit oben auf dem Hügel zu finden ist, Das Anwesen beherbergt heute ein Museum. Zwischen den Hügeln und dem Meer findet man noch einige Plazas, sehr einladende, wenn auch nicht gerade preiswerte Cafés und Restaurants, einige Häuser mit tollen Fassaden (meist im Besitz von Banken) und eine trostlose „Promenade“ am Containerhafen entlang mit Sicht auf eine Vielzahl der grauen Marineschiffe, die in der Bucht ankern. So bleibt uns ein durchwachsenes, recht widersprüchliches Bild einer etwas künstlerisch-chaotisch wirkenden Stadt in Erinnerung. So ähnlich sah das wohl auch Pablo Neruda schon vor 50 Jahren. Interessant ist sie aber allemal.

Nach nunmehr vielen Kilometern südwärts an der Küste entlang wechseln wir jetzt die Richtung: Es geht ostwärts zur argentinischen Grenze. Die chilenischen Straßen sind weiterhin top, wenn auch eben (wir wiederholen uns) durch die Maut nicht gerade preiswert. Selbst der Andenpass Los Libertadores, der uns wieder von Meereshöhe in engen Haarnadelkurven auf über 3.000 m führt, ist nicht umsonst zu befahren. Wir haben oben dichte Bewölkung, teilweise leichtes Schneetreiben. So können wir den Aconcagua, den mit fast 7.000 m höchsten Berg der westlichen Hemisphäre, leider nicht sehen. Schade. Dafür ist der offizielle Grenzübergang (eigentlich sind wir geographisch schon dort) nach Argentinien wieder sehr simpel. Einen Ausreisestempel von chilenischer Seite bekommen wir erst gar nicht, die Aduana für Herrn Fuchs wird nur eingezogen und die Ausstellung auf argentinischer Seite dauert 5 Minuten. Ein junger Beamter klettert dann noch hinten ins Auto, macht einen Reißverschluss unserer Kleidertaschen auf – lustig, er schaut gar nicht hinein – und fragt noch nach Gemüse und Früchten. Wir geben an, noch Reste im Kühlschrank zu haben, er schaut dort hinein, lässt die Reste aber drin. Es macht insgesamt schon den Eindruck, als sähen die Zollbeamten den Sinn dieser Kontrollen wohl selbst nicht.
Kurz nach der Grenze besichtigen wir die Puente del Inca, eine Steinbrücke über den Rio de las Cuevas. Diese ist nicht etwa von den Inkas erbaut worden, sondern sie ist berühmt durch ihre bunten Farben von braun bis orange- gelb, die durch Sedimentablagerungen von schwefelhaltigem Wasser entstanden sind. Unter der Brücke finden wir die Ruinen eines alten Thermalbades, das früher Kurzwecken diente, aber durch die Flut zerstört wurde. Mehr und mehr werden die alten Gemäuer ebenfalls vom schwefelhaltigen Sediment überzogen, was sie nicht minder fotogen erscheinen lässt.
Vor den Toren von Mendoza endet so dieser erste Bericht mit der Tatsache, dass wir nunmehr im 15. Land unserer Abenteuertour angekommen sind – ist das nicht toll?