38 Tage Chile – Erfahrungen und Tipps

Autoversicherung
Unsere Ausführungen bzgl. Autoversicherung findet ihr hier unter Peru.

Banken
In Chile ist es durchaus üblich mit Kreditkarte zu bezahlen. Auch wir haben uns hier entschlossen, unsere Karten mehr einzusetzen. Ganz einfach, weil uns die Gebühren zu hoch und die Beträge, die wir am Geldautomaten bekommen haben, zu gering waren. Obwohl es noch nicht so schlimm ist wie in Argentinien. Wir haben nur die Geldautomaten bei den Banken genutzt und konnten 200.000 CLP (ca. 270 €) mit einmal abheben. Die Gebühren betrugen dafür zwischen 4.738 CLP (z.B. BCI) und 5.500 CLP (z.B. Scotiabank).

Einkaufen/Essen
In Chile gibt es große Supermärkte, wie Jumbo, Lider, Unimarc, die mehr oder weniger im ganzen Land verteilt sind. Es gibt aber auch Supermärkte, die nur in bestimmten Regionen ansässig sind, wie z.B. etolit.
Jumbo ist unserer Meinung nach, der Supermarkt mit dem besten Angebot. Insbesondere der Markt in Calama lässt jedes Overlanderherz höher schlagen. Dieser ist ein wahres Schlaraffenland und wir wurden definitiv dazu verleitet, mehr zu kaufen als wir wollten. Lider ist ein Ableger von Walmart und hat uns eher an Aldi erinnert. Auch Unimarc hat ein recht gutes Angebot. Wir haben festgestellt, dass nicht jedes Geschäft einer Supermarktkette im gesamten Land das gleich gute Angebot hat. Es gibt durchaus Filialen, in denen die Produktpalette geringer ist. Die Vielfalt an Obst und Gemüse trifft man in Chile nicht mehr so an wie in den anderen Ländern. Die Preise in den Supermärkten sind ähnlich wie in Deutschland.
Essen gehen ist in Chile definitiv teurer als in den bisher bereisten Ländern Südamerikas. Es gibt unzählige Restaurants. Die Qualität ist aber auch sehr unterschiedlich. Ein Traum für alle Liebhaber von Süßem sind z.B. die Städte Pucón, Frutillar, Puerto Varas. Dort gibt es viele Cafés mit deutschem Kuchen, der wirklich gut schmeckt.
Die Preise in den Restaurants und Cafés sind ebenfalls ähnlich wie in Deutschland.

Ein- und Ausreise
Informationen zur Ein- und Ausreise findest du hier.

Entfernungen
In Chile sind wir 4.783 km gefahren. Das Land ist unheimlich langgestreckt, aber sehr schmal. Es gibt so viel zu sehen, dass man seine Tagesetappen bequem einteilen kann.

Internet
Die Internetverbindungen waren sehr unterschiedlich. Der Empfang wurde von Norden nach Süden schlechter. Auf den Campingplätzen gibt es oft gutes Internet, aber meist nur in der Nähe der Rezeption. Oft besteht in Restaurants und Cafés die Möglichkeit, sich Zugang zum Internet zu verschaffen. Jedoch muss hier meist das Passwort erfragt werden. Manchmal gibt es auch an öffentlichen Plätzen eine Wifi-Verbindung. In den Nationalparks ist meist kein Internet vorhanden. Im Nationalpark Torres del Paine gibt es am Visitorcenter gegen Zahlung einer Gebühr einen entsprechenden Zugang. Oder man kauft sich eine SIM-Karte in einem der Geschäfte, z.B. von Claro, Movistar, Entel.

Landschaft/Nationalparks/Städte
Die Natur Chiles beeindruckt durch seine Vielfältigkeit. Das Land zwischen Pazifik und Anden ist 4.300 km lang, aber nur 200 km breit. Und auf dieser Fläche findet man alles von der trockensten Wüste der Erde, über gemäßigte Regenwälder bis zum eisigen, fast antarktischen Süden. Dazwischen noch eine ganze Reihe Vulkane, Flüsse und Seen. Es ist also wieder für jeden etwas dabei. Da das Land für den Tourismus gut erschlossen ist, muss man sich hier auf definitiv mehr Touristen einstellen, die unterwegs sind. Das kann schon eine ganz schöne Umstellung sein, gerade in der Hauptsaison Januar und Februar.
Es gibt es unzählige Nationalparks. Bisher konnte man für den Eintritt in die meisten Parks einen Einjahrespass erwerben. Diesen gibt es jedoch nicht mehr, sondern nur noch einen für 5 Jahre. Dieser kostet 50.000 CLP pro Person und ist bei der CONAF in bestimmten Städten erhältlich. Man sollte sich nicht darauf verlassen, diesen am Eingang des Nationalparks zu erhalten. Das ist wohl nur sehr selten der Fall. Für uns hätte sich solch ein Pass kostenmäßig nicht gelohnt.
Auch in Chile sind die Eintrittspreise in die Nationalparks für Ausländer bedeutend höher als für Einheimische oder Südamerikaner.
Die Städte sind modern und meist sauber. Die Atmosphäre, die wir in den Städten Mittelamerikas erlebt haben, fehlt hier allerdings vollständig. Kein frohes Treiben auf der Plaza, keine fliegenden Händler oder farbenfrohe Trachten. Alles erinnert einen sehr an Europa. Interessant ist es aber auf jeden Fall, nur eben anders als bisher.

Menschen
Die Menschen in Chile sind besonders freundlich und herzlich. Wir wurden überall nett empfangen. Insbesondere bei unseren ständigen Wechseln zwischen Chile und Argentinien ist uns die besondere Freundlichkeit der Chilenen aufgefallen, obwohl auch die Argentinier nicht wirklich unfreundlich sind. Das erst Mal seit langer, langer Zeit haben wir auch erlebt, dass Fahrzeuge am Fußgängerübergang angehalten haben, wenn wir die Straße überqueren wollten. Das war für uns nun völlig ungewohnt.

Militär-/Polizeikontrollen
Polizei ist in den Städten präsent, aber eher zurückhaltend. Auf den Straßen gibt es öfters Polizeiposten, die auch Kontrollen durchführen. Wir wurden aber niemals angehalten.

Reiseführer, Infomaterial, Karten
Als Reiseführer haben den Lonely Planet Reiseführer „Chile & Osterinsel“ genutzt. Unserer Meinung nach ist dieser ausreichend. Die einzelnen Reiseziele sind relativ kurz aufgeführt, geben aber eine gute Übersicht. Weiterführende Informationen haben wir uns im Internet gesucht. Außerdem hatten wir eine Landkarte Chile von Reise-Know-how. Diese haben wir jedoch nur zur Übersicht genutzt.
In vielen Städten gibt es auch wieder vermehrt Touristeninformationen., wo Stadtpläne oder anderes Informationsmaterial erhältlich ist. Bei uns waren diese allerdings manchmal auch geschlossen. Wahrscheinlich, weil (zumindest anfangs) keine Saison war. Ansonsten geben die Mitarbeiter auch Auskünfte zu Sehenswertem. In manchen Nationalparks erhält man eine kleine Mappe oder einen Flyer mit Informationen und Wanderwegen. Ansonsten geben auch die Ranger Auskünfte oder am Eingang des Parks sind ebenfalls Übersichtskarten, die man ggf. abfotografieren kann.

Reisezeitraum
Wir waren von Mitte November bis Ende Januar in Chile unterwegs. Insbesondere an den Stränden im Nordwesten war es oft trüb und vormittags regnerisch. Nachmittags gab es meist Sonne. Auch im chilenischen Seengebiet gab es immer mal einen Schauer. Später wurde dann tatsächlich Sommer. Allerdings wurde es nach Süden zu doch immer mal etwas windiger.

Sicherheit
Wir haben uns zu keinem Zeitpunkt unsicher gefühlt. Es gab keine Probleme.

Straßen
Das Straßennetz ist gut ausgebaut und auf den asphaltierten Straßen kommt man zügig voran. Manchmal gibt es auch Raststätten. Die schnellere Fahrt lässt man sich gut bezahlen. Die Mautstellen sind zahlreich und die Gebühren nicht gerade niedrig. Nach Süden hin nehmen die Mautstellen aber ab.
Die Carretera Austral (offiziell Ruta 7) mit seiner tollen Landschaft, die wohl die meisten Overlander befahren, ist nach wie vor nicht voll ausgebaut. Der Bau dieser Straße bildete eines der aufwändigsten Großprojekte in Chile und wurde unter der Militärdiktatur Pinochets begonnen. Der Straßenbau erwies sich als äußerst schwierig, da die Landschaft von Fjorden, Gletschern und Gebirgszügen durchschnitten ist. Auch heute noch ist ein Teil dieser Straße nur über einfache Schotterpisten befahrbar und es gibt eine Vielzahl an Schlaglöchern. Sie ist somit nicht für Wohnmobile zu empfehlen.
Das Fahren in den Städten ist einfacher als in den anderen mittel- und südamerikanischen Ländern. Es ist gut zu erkennen, wo sich eine Einbahnstraße befindet. Die Fahrweise der Chilenen ist meist vorbildlich. Geschwindigkeiten und Vorgaben durch Verkehrsschilder werden eingehalten. Insbesondere im Norden von Chile haben wir viele Kreuze am Straßenrand gesehen, was wir uns gar nicht so recht erklären können aufgrund der unauffälligen Fahrweise. Wahrscheinlich ist hier bei der schnurgeraden Fahrt durch die Wüste so mancher eingeschlafen.

Tanken
Tanken ist in Chile kein Problem. Tankstellen sind oft vorhanden, an Autobahnen allerdings manchmal in sehr großen Abständen. Wir haben meist bei Shell getankt. Der Preis für Diesel liegt so bei 665 CLP/l (0,90 €). Den höchsten Preis haben wir in La Junta bezahlt mit 823 CLP/l (1,10 €).
Beim Tanken darauf achten, dass die Anzeige genullt ist, ansonsten wundert man sich dann über den zu hohen Preis. Bezahlt werden kann direkt an der Zapfsäule, auch mit Kreditkarte. Die Zahlung von Trinkgeld scheint nicht üblich zu sein.

Toiletten
Öffentliche Toiletten sind meist in einem guten Zustand, aber mehr als rar. Die Nutzung erfolgt in der Regel gegen ein kleines Entgelt, welches zwischen 200 und 300 CLP liegen kann. Auch die Nutzung von Toiletten in Cafés, Restaurants oder Supermärkten ist möglich.
In der Regel darf auch hier nichts in die Toiletten hineingeworfen werden, auch kein Toilettenpapier (Verstopfungsgefahr). Dafür stehen entsprechende Behältnisse bereit. Toilettenpapier ist nicht immer vorhanden. Manchmal wird welches von den Reinigungskräften vor den Toiletten verteilt, manchmal befindet es sich zentral im Toilettenraum, aber nicht an der einzelnen Toilette. Also, vorher nachsehen. Sicherer ist es auf jeden Fall, immer etwas Toilettenpapier bei sich zu haben.

Trinkwasser
Generell gibt es wohl kein Problem mit Trinkwasser. Wir wurden immer wieder daraufhin gewiesen, dass das Wasser auf Campingplätzen oder in Hotels Trinkwasser ist. Dennoch waren wir vorsichtig und haben zumindest auf den Campingplätzen zum Trinken das Wasser aus unserem Tank genutzt.
Im Supermarkt gibt es große Wasserflaschen. Wir haben unseren Wassertank immer auf den Campingplätzen aufgefüllt.

Übernachtungen
Die Campingplätze sind meist gut ausgestattet. Oftmals findet man Tisch und Bänke sowie Grill-/Feuerstellen vor. Stromanschlüsse sind nicht immer vorhanden. Es gibt meist heiße Duschen, allerdings manchmal nur zu bestimmten Zeiten. Die Sanitäranlagen sind z.T. recht einfach. Campen ist definitiv eine beliebte Freizeitbeschäftigung in Chile bzw. nutzen auch viele ausländische Touristen diese Möglichkeit, preiswerter den Urlaub zu verbringen, so dass in der Saison die Campingplätze schon voller sind. Dem gegenüber steht aber oftmals bei den Sanitäranlagen eine geringe Anzahl an Toiletten und Duschen, so das schon mal Anstehen angesagt ist. Dazukommt, dass die Reinigungszeiten gerade dann sind, wenn die Hauptnutzungszeit ist. Aber wenn man sich darauf einstellt, ist das nicht schwierig. Den absoluten Luxus haben wir in La Serena erlebt. Dort gibt es nämlich zu jedem Stellplatz ein eigenes Bad. Unglaublich, aber wahr.
Waschmaschinen sind eher unüblich und manchmal laden sie auch nicht zum Waschen ein. Hier bleibt dann wieder nur der Gang zu einer öffentlichen Wäscherei oder selber waschen. Die Preise auf den Campingplätzen sind höher als in den anderen mittel- und südamerikanischen Ländern.
Wir haben auch einige Mal wild gecampt. Hierbei gab es nie Probleme. Auch Campen an Sehenswürdigkeiten ist manchmal möglich. Dort können die Sanitäranlagen meist während der Öffnungszeiten genutzt werden.