54 Tage Argentinien – Erfahrungen und Tipps

Autoversicherung
Unsere Ausführungen bzgl. Autoversicherung findet ihr hier unter Peru.

Banken
In Argentinien haben wir, wann immer es möglich war, mit Kreditkarte bezahlt. Die Gebühren an den Geldautomaten und der geringe Betrag, der uns dann letztendlich ausgezahlt wurde, standen in keinem vernünftigen Verhältnis. Insbesondere an Tankstellen sollte sicherheitshalber vorher gefragt werden, ob Kreditkarten akzeptiert werden. Es ist auch oft ein Ausweisdokument beim Bezahlen vorzulegen (Kopie ist ausreichend). Von Vorteil ist auch eine Debitkarte oder Maestrokarte. Zum Teil funktionieren die Geräte auch nicht, so dass man doch immer Geld noch bei sich haben sollte.
An den Geldautomaten haben wir zwischen 3.000 (ca. 61 €) und 7.000 Pesos (ca. 143 €) erhalten. Die zu zahlenden Gebühren lagen dafür zwischen 230 (ca. 4,70 €) und 407 Pesos (ca. 8,30 €). Wir haben allerdings auch erlebt, dass an Geldautomaten nur 1.000 Pesos als Höchstbetrag bei ebenso hohen Gebühren ausgezahlt wurden. Ein Abbruch des Vorgangs war aber ohne Probleme möglich.
Es sollte am Geldautomaten unbedingt versucht werden, einen höheren Betrag als vorgegeben, abzurufen. Damit hatten wir meistens Glück und haben zumindest 5.000 oder 6.000 Pesos erhalten. Wir haben das Geld meistens bei der Banco Patagonia abgehoben. Die Banco Nacion hat den geringsten Geldbetrag zur Verfügung gestellt.
In El Chaltén war es schwierig an Geld zu kommen. Die Automaten waren einfach leer. In der Hauptsaison also vorher genügend Bargeld abheben.

Einkaufen/Essen
Es gibt große Supermärkte, wie z.B. Jumbo oder Carrefour, die ein meist gutes Angebot an Lebensmitteln haben. Die Obst- und Gemüseabteilung unterscheidet sich allerdings kaum von der in Deutschland. Da hatten wir in anderen Ländern definitiv ein umfangreicheres Angebot. Aber auch kleinere Lebensmittelgeschäfte führen ein relativ gutes Angebot. Insbesondere in kleineren Märkten haben wir in der Gemüseabteilung oft erlebt, dass dieses verschimmelt, vertrocknet oder verschrumpelt war.
Essen in Restaurants ist relativ teuer, vor allem im Vergleich zur Größe der Portionen. Es gibt aber auch preisgünstige Restaurants.

Ein- und Ausreise
Informationen zur Ein- und Ausreise findest du hier.

Entfernungen
In Argentinien sind wir 8.311 km gefahren. Es gibt in der Regel genügend Zwischenziele, die man ansteuern kann, um nicht zu große Entfernungen zurückzulegen. Das kommt also jeweils auf die individuelle Routenplanung an.

Internet
Auch in Argentinien war die Qualität der Internetverbindungen sehr unterschiedlich. Aber im Durchschnitt gesehen, ist das Internet nicht sehr schnell. Auf den Campingplätzen gibt es manchmal eine gute Verbindung, aber meist nur in der Nähe der Rezeption. Oft besteht in Restaurants und Cafes die Möglichkeit, sich Zugang zum Internet zu verschaffen. Jedoch muss hier meist das Passwort erfragt werden. Manchmal gibt es auch an öffentlichen Plätzen eine Wifi-Verbindung. Oft haben wir aber erlebt, dass diese nicht wirklich funktioniert. Das Beste ist der Kauf einer SIM-Karte, z.B. von Claro, Movistar.

Landschaft/Städte
Argentinien ist ein Land mit unterschiedlichsten faszinierenden Landschaften. Dazu gehören z.B. die phantastischen Iguázu-Fälle, die Gipfel der Anden, das stürmische Feuerland, das geheimnisvolle Patagonien, die blauschimmernden Seen, die riesigen Gletscher, aber auch unendliche Pampa. Und auch die Tierwelt hat so einiges zu bieten und kann bestaunt werden: Guanakos, Magellanpinguine, Felsenpinguine, Seelöwen, Seeelefanten, Nandus.
Es gibt viele Nationalparks. Manchmal bekommt man an den Parkeingängen eine Wander-/Übersichtskarte. Zum Teil können die Nationalparks kostenlos besucht werden, zum Teil werden für Ausländer wieder viel höhere Preise als für Einheimische verlangt. Die Ranger geben Empfehlung und manchmal sprechen sie auch englisch.
Insbesondere einen Besuch der Halbinsel Valdes sollte man sich gut überlegen. Für Ausländer ist auf der Halbinsel ein unverschämt hoher Preis zu zahlen. Die Fahrt geht meist nur über Wellblechpisten, es darf im Park nicht gecampt werden und viele dort lebende Tiere können an anderen Orten Argentiniens einfacher beobachtet werden. Ein Besuch macht eigentlich nur wirklich Sinn, wenn gerade Saison für Wale und Delphine ist.
Die Städte in Argentinien sind sauber und wirklich sehr grün. Überall gibt es Alleen, Parks und Plätze mit Bepflanzungen. Uns haben besonders Bariloche mit seiner abwechslungsreichen Umgebung, die Atmosphäre in Ushuaia und die Kolonialbauten in La Plata gefallen. Nicht zu vergessen natürlich das pulsierende Buenos Aires mit herrlichen Kolonialbauten, bunten Märkten, melancholischem Tango und seinem chaotischen Verkehr.
Wer in den Städten mit dem Bus unterwegs ist, benötigt eine „SUBE“-Karte. Diese ist in vielen kleinen Kiosken oder Touristenpunkten erhältlich und kann immer wieder aufgeladen werden. Wer mehrere Städte Argentiniens bereist, sollte die Karte unbedingt aufheben, da sie landesweit einsetzbar ist und ansonsten wieder neu gekauft werden muss.

Menschen
Die Argentinier sind uns freundlich, aber nicht so herzlich und höflich wie die Chilenen, begegnet. Gerade in Geschäften haben die Verkäufer oftmals einen unmotivierten Eindruck bei uns hinterlassen und wirkten manchmal auch nicht wirklich freundlich.

Militär-/Polizeikontrollen
Es ist relativ viel Polizei unterwegs, z.T. auch in kleinen Städten. Auf den Straßen unterwegs ist ebenfalls viel Polizei anzutreffen und es werden oftmals Fahrzeuge angehalten und kontrolliert. Manchmal erfolgt auch eine Registrierung in einem Buch. Wir wissen aber nicht was kontrolliert wird, da wir meist durchgewunken wurden und wenn wir doch anhalten mussten, kam nur die Frage nach dem wohin.

Reiseführer, Infomaterial, Karten
Als Reiseführer haben wir den Lonely Planet Reiseführer „Argentinien“ genutzt. Unserer Meinung nach ist dieser ausreichend. Die einzelnen Reiseziele sind relativ kurz aufgeführt, geben aber eine gute Übersicht. Weiterführende Informationen haben wir uns im Internet gesucht. Zum Teil haben wir wieder die Berichte von anderen Reisenden genutzt, wo meist gute Tipps zu finden sind. Außerdem hatten wir eine Landkarte „Argentinien“ von Reise-Know-how, wie immer als grobe Übersicht, dabei.
In manchen Städten gibt es Touristinformationen, wo zum Teil Stadtpläne oder anderes Informationsmaterial erhältlich ist. Allerdings sind diese außerhalb der Saison auch manchmal geschlossen. Die Mitarbeiter geben auch Auskünfte zu Sehenswertem.

Reisezeitraum
Wir waren von Anfang Dezember bis Ende März in Argentinien unterwegs im Wechsel mit unseren Aufenthalten in Chile. Wettertechnisch haben wir so alles erlebt in dieser Zeit vom herrlichsten Sonnenschein, über Regenschauer bis hin zu sehr stürmischem Wetter, insbesondere im Süden.

Sicherheit
Wir haben uns zu keinem Zeitpunkt unsicher gefühlt. Es gab keine Probleme.

Straßen
Das Straßennetz ist gut ausgebaut und auf den asphaltierten Straßen kommt man zügig voran. Es ist dennoch auch in Argentinien möglich, dass man sich gerade noch auf einer asphaltierten Straße befindend, urplötzlich auf einer Schotterpiste landet (z.B. Ruta 40).
Insbesondere die Strecke entlang der Ostküste Argentiniens ist nicht wirklich abwechslungsreich. Endlose lange und schnurgerade Straßen bis zum Horizont mitten durch die Pampa. Die einzige Abwechslung beim Fahren bieten Nandus und Guanakos, die oftmals kurz vor dem Fahrzeug die Straße queren müssen.
Es muss weitestgehend keine Maut bezahlt werden. Lediglich im Großraum Buenos Aires ist diese fällig.
Was wir bis zuletzt nicht recht verstanden haben, sind die Vorratsregeln gewesen. Schilder diesbezüglich sind rar. Man fährt also eher nach Gefühl und muss sehr genau schauen, wie sich die anderen Verkehrsteilnehmer verhalten, wobei argentinische Autofahrer bei weitem nicht so rücksichtsvoll fahren wie die Chilenen, im Gegenteil. Als Fußgänger sollte unbedingt beim Überqueren der Straße auf die Autos geachtet werden. Einen Argentinier kümmert es nicht, ob man gerade einen Zebrastreifen überquert. Er hat immer Vorfahrt! Es gibt aber auch ganz wenige Ausnahmen.

Tanken
Tanken ist in Argentinien kein Problem. Tankstellen mit Diesel gibt es überall. Abseits der Hauptverbindungsstraßen kann es aber dennoch manchmal etwas eng werden. Je nach gewählter Strecke ist es somit besser, vorab in einer Stadt zu tanken.
Beim Tanken darauf achten, dass die Anzeige genullt ist, ansonsten wundert man sich dann über den zu hohen Preis. Meist weist einen schon das Personal daraufhin, dies zu prüfen. Bezahlt werden kann direkt an der Zapfsäule. Wir haben immer mit Visa-Karte bezahlt.
Der Preis für Diesel liegt so zwischen 0,71 €/l und 0,96 €/l.

Toiletten
Öffentliche Toiletten sind mehr als rar und deren Zustand lässt oft zu wünschen übrig. Türen lassen sich manchmal nicht schließen, weil sie so verzogen sind und auch die Verriegelung ist nicht immer vorhanden. Die Nutzung erfolgt in der Regel gegen ein kleines Entgelt, welches zwischen 10 und 60 Pesos liegen kann. Auch die Nutzung von Toiletten in Cafés, Restaurants oder Supermärkten ist möglich.
In der Regel darf nichts in die Toiletten hineingeworfen werden, auch kein Toilettenpapier (Verstopfungsgefahr). Dafür stehen entsprechende Behältnisse bereit. Toilettenpapier ist nicht immer vorhanden. Manchmal wird welches von den Reinigungskräften vor den Toiletten verteilt. Also, vorher nachsehen. Sicherer ist es auf jeden Fall, immer etwas Toilettenpapier bei sich zu haben.

Trinkwasser
Generell gibt es wohl kein Problem mit Trinkwasser. Wir wurden immer wieder daraufhin gewiesen, dass das Wasser auf Campingplätzen oder Hotels Trinkwasser ist. Dennoch waren wir vorsichtig und haben zumindest auf den Campingplätzen zum Trinken das Wasser aus unserem Tank genutzt und dort auch wieder aufgefüllt. Ansonsten gibt es im Supermarkt natürlich auch große Wasserflaschen.

Übernachtungen
Die Campingplätze sind meist gut ausgestattet. Oftmals findet man Tisch und Bänke sowie Grill-/Feuerstellen vor. Stromanschlüsse sind nicht immer vorhanden. Es gibt meist heiße Duschen, allerdings manchmal nur zu bestimmten Zeiten. Die Sanitäranlagen sind z.T. recht einfach. Auch in Argentinien ist Campen eine beliebte Freizeitbeschäftigung bzw. nutzen viele ausländische Touristen diese Möglichkeit, preiswerter den Urlaub zu verbringen, so dass in der Saison die Campingplätze schon voll sein können. Dem gegenüber steht aber oftmals bei den Sanitäranlagen eine geringe Anzahl an Toiletten und Duschen, so das schon mal Anstehen angesagt ist. Dazukommt, dass die Reinigungszeiten gerade dann sind, wenn die Hauptnutzungszeit ist. Aber wenn man sich darauf einstellt, kommt man schon klar damit.
Waschmaschinen sind eher unüblich und manchmal laden sie auch nicht zum Waschen ein. Hier bleibt dann wieder nur der Gang zu einer öffentlichen Wäscherei oder selber waschen. Die Preise auf den Campingplätzen sind höher als in den anderen mittel- und südamerikanischen Ländern.
Wir haben auch einige Mal wild gecampt. Hierbei gab es nie Probleme.
Insbesondere durch den ungeplanten längeren Aufenthalt in Buenos Aires wurden von uns dort einige einfache Hotels und Hostels genutzt. Diese lagen preislich so zwischen 25 und 35 € für ein Doppelzimmer. Sie waren zweckmäßig eingerichtet